29. September 2026
KVW bei nationaler ACLI-Studientagung in Verona vertreten
Forderungen zu Steuern, Jugend und beruflicher Bildung auch für Südtirol relevant
Zum Abschluss der Tagung formulierten die ACLI drei konkrete Forderungen. Arbeits- und Pensionseinkommen sollen steuerlich dauerhaft entlastet werden. Für junge Menschen sollen mit den sogenannten „Case di Futuro“ Orte entstehen, die Orientierung, Weiterbildung und Unterstützung bei wichtigen Lebensentscheidungen bieten. Außerdem fordern die ACLI jährlich zusätzliche 500 Millionen Euro für die berufliche Bildung sowie eine verlässliche Finanzierung der Arbeitsvermittlung.
Wie junge Menschen ihre Arbeit erleben, zeigte eine Untersuchung des ACLI-Forschungsinstituts IREF, die in Verona vorgestellt wurde. Befragt wurden 1.525 Personen zwischen 18 und 34 Jahren, die auf dem Arbeitsmarkt aktiv sind. Von jenen, die das Verhältnis zwischen ihrem Einsatz und dem, was sie dafür zurückbekommen, bewerteten, sagten 57,4 Prozent, dass sie ihrer Arbeit mehr geben, als sie zurückerhalten. Für mehr als die Hälfte sind flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit, die eigene Zeit besser einzuteilen, besonders wichtig.
Diese Fragen stellen sich auch in Südtirol. Dabei geht es nicht nur darum, ob man sich eine Wohnung leisten kann. Entscheidend ist vielmehr, ob das Einkommen insgesamt reicht, um den Alltag gut zu bewältigen. Dazu gehören neben dem Wohnen auch Lebensmittel, Energie, Mobilität, Familie, Freizeit und die Möglichkeit, etwas zurückzulegen. Gerade für junge Menschen stellt sich die Frage, ob Arbeit genügend Sicherheit bietet, um das eigene Leben zu planen und auf eigenen Beinen zu stehen.
Ebenso wichtig sind gute Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Die Arbeitswelt verändert sich schnell, nicht zuletzt durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz. Beschäftigte müssen die Möglichkeit haben, sich weiterzuentwickeln und Veränderungen nicht nur mitzutragen, sondern auch mitzugestalten.
Die italienweite Befragung liefert keine eigenen Daten für Südtirol. Sie zeigt aber Themen auf, die auch hier wichtig sind und über die weiter diskutiert werden muss. In Verona ging es deshalb nicht nur um Löhne und Steuern. Im Mittelpunkt standen auch berufliche Weiterbildung, die Beteiligung der Beschäftigten in den Betrieben und die Frage, welche Verantwortung Unternehmen für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und für die Region tragen.
Für den KVW bleibt nach der Tagung vor allem eines: Gute Arbeit muss den Menschen ein Einkommen bieten, von dem sie leben können. Sie muss Entwicklung ermöglichen und den Beschäftigten eine Stimme geben.
Der Verband