Arbeit: menschenw├╝rdig und fair! Das Gute wachsen lassen in Europa

Sommerakademie in Brixen

Unter dem Titel „Arbeit: menschenwürdig und fair! Das Gute wachsen lassen in Europa“ fand in der Zeit vom 12. bis 18. Juni 2022 in der Cusanusakademie in Brixen ein Seminar mit knapp 30 Teilnehmer:innen aus vier europäischen Ländern statt. Die Gruppe der Teilnehmenden setzte sich aus haupt- und ehrenamtlichen Multiplikator:innen in der politischen Bildungsarbeit sowie aus Führungskräften der christlichen Arbeitnehmerorganisationen und Gewerkschaften der teilnehmenden Länder zusammen.

Menschenwürdige Arbeitsbedingungen standen im Fokus des Seminars: Faire Arbeit braucht ein anderes Wirtschaften, benötigt ein Umdenken.
Analysiert wurden die Zusammenhänge zwischen Wirtschaftsinteressen und Arbeitnehmer:innenrechte sowie die Zunahme sozialer Verwerfungen in Europa
Die Bestandaufnahme wurde in Länderdossiers vertieft und von den Teilnehmer:innen durch die Erarbeitung von Wandzeitungen dargestellt, wobei deutlich wurde, dass menschenunwürdige Arbeitsbedingungen in Europa überall zu finden, aber unterschiedlich stark ausgeprägt sind.

Stefan Perini referierte zu Bedingungen „guter“ Arbeit 4.0. Er machte deutlich, dass sich die Haltung zur Erwerbsarbeit (Work-Life-Balance) in der jungen Generation bereits verändert hat. Er stellte die Roadmap „Gute Arbeit 4.0“ vom Südtiroler Arbeitsförderungsinstitut vor, Darin werden 20 aktuelle Problempunkte und Wege zu einer besseren, fairen Arbeit vorgestellt wie z.B. modulierte Arbeitsphasen, Auskunftsrecht, Arbeitssicherheit, digitales Training für alle, Smart working, Recht auf Nichterreichbarkeit, ergänzende betriebliche Leistungen

Dass gute menschenwürdige Arbeit möglich ist, wurde bei dem Besuch Genossenschaft „Vergissmeinnicht“ deutlich, ein Inklusionsprojekt in Form einer Nähwerkstatt von Bruneck, das in sieben Jahren von der Idee zu einem funktionierenden Projekt herangewachsen ist, in dem faire Arbeitsbedingungen für alle selbstverständlich sind und Regionalität, Soziales und Nachhaltigkeit zusammenwirken.

Von großer Bedeutung für die Teilnehmenden war neben der intensiven Beschäftigung mit den beschriebenen Inhalten auch das Angebot, verschiedene Upcycling-Ideen als Beitrag einer nachhaltigen Bedarfswirtschaft auszuprobieren und über eine gemeinsame Ideenbörse Anregungen für die Bildungsarbeit vor Ort zu bekommen.