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Equal Pension Day

Laut den letzten Angaben der Beobachtungsstelle der INPS erhalten die Frauen durchschnittlich fast nur halb so viel Altersrente wie die Männer (775 Euro gegenüber 1.499 Euro). Doch nicht nur diese Zahlen geben Anlass zur Sorge. In der Region erhalten 76% der Frauen ein Rentengeld von unter 1.000 Euro, von den Männern müssen sich „nur“ 32% mit derartigen Beträgen zufriedengeben. Die Super-Renten von über 2.000 Euro erhalten 25% der Rentner und gerade einmal 5% der Rentnerinnen.
 
Um auf die ungleiche Rentenbehandlung zwischen Frauen und Männern aufmerksam zu machen, wurde der Equal Pension Day ins Leben gerufen, und zwar von der regionalen Gesellschaft für Zusatzvorsorge Pensplan in Zusammenarbeit mit den politisch Verantwortlichen der Region sowie den Beiräten für Chancengleichheit und den Gleichstellungsrät*innen der beiden Provinzen.
 
„Veranstaltungen wie der Equal Pension Day sind von grundlegender Bedeutung, um die gesamte Bevölkerung auf das Thema der Chancengleichheit und insbesondere auf die ungleiche Vorsorgesituation zwischen Mann und Frau aufmerksam zu machen, mit der wir leider auch heute noch zu kämpfen haben.
2015 wurde in einer Synergie zwischen den wichtigsten Vertretern der Chancengleichheit und Pensplan Centrum in unserer Region dieser Tag ausgerufen. Er bietet eine hervorragende Gelegenheit, um über das Thema Zusatzvorsorge und Finanzbildung nachzudenken und entsprechend zu agieren: Diese stellen schließlich unsere Mittel dar, um die Gleichbehandlung der Geschlechter zu fördern und den Frauen mehr wirtschaftliche Sicherheit zu bieten“, so die Präsidentin von Pensplan Centrum Johanna Vaja.
 
Der Landeshauptmann und Assessor für die Chancengleichheit der Autonomen Provinz Bozen Arno Kompatscher hierzu: „Das Ungleichgewicht der Renten entsteht durch die Geschlechterdiskriminierung am Arbeitsplatz und die Aufgabenverteilung in unserer Gesellschaft. Wir haben viel dagegen unternommen, auch die jüngsten gesetzlichen Änderungen bei der Unterstützung der (Zusatz)vorsorge helfen vor allem den Frauen dabei, ihre Zukunft abzusichern. Es gibt aber weiterhin sehr viel zu tun – und ich werde mich stets dafür einsetzen.“
 
„Der Equal Pension Day steht für die Zusatzvorsorge und gegen die ungleichen Renten von Mann und Frau. Er ist ein wichtiger Tag, an dem auf die zukünftigen Renten der gesamten Bevölkerung – besonders die der Frauen – aufmerksam gemacht wird. Die bestehenden Unterschiede zwischen Frauen und Männern in der Arbeitswelt und die entsprechenden Auswirkungen auf ihre Renten stellen eine Herausforderung für uns dar, da wir dazu aufgerufen werden, mit den entsprechenden Maßnahmen diese Lücke zu schließen und die Renten anzugleichen. Die Beschäftigung der Frauen zu fördern, ihnen einen besseren Zugang zu Arbeitsplätzen zu verschaffen, ohne ihnen die Möglichkeit zu nehmen, dies mit dem Familienleben zu vereinbaren, ist meine Aufgabe als Assessorin und die der gesamten Landesregierung“, so Stefania Segnana die zuständige Assessorin für Chancengleichheit der Autonomen Provinz Trient zum siebten Equal Pension Day.
 
Ulrike Oberhammer, ihrerseits Vorsitzende des Landesbeirats für Chancengleichheit Bozen, fügt hinzu: „Wir Frauen haben für unsere Rechte, unseren Freiraum, unsere Möglichkeiten gekämpft und diese auch gewonnen. Dabei haben wir aber nie die Geschlechterklischees abgelegt, die auch heute noch für eine Rollenspaltung zwischen Mann und Frau in unserer Region sorgen. Während der Coronapandemie haben diese Stereotype die
Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten noch deutlicher aufgezeigt: Die Arbeitnehmerinnen und vor allem die arbeitenden Mütter mussten größtenteils alleine die Arbeit, den Haushalt, die Kinderbetreuung und die Pflege Angehöriger stemmen. Oft sind diese Frauen dazu gezwungen, unsichere Arbeitsverhältnisse einzugehen oder in Teilzeit zu arbeiten und haben dann entsprechende wirtschaftliche Einbußen, die sich unmittelbar auf ihre spätere Rente auswirken. Der Equal Pension Day ist wichtig, um das Grundrecht der Frau auf eine wirtschaftliche Unabhängigkeit noch einmal zu unterstreichen. Ein Zusatzrentenfonds stellt die ideale Unterstützung für die Frauen dar – nur leider wissen viele Frauen nicht einmal von dieser Möglichkeit, ihre Zukunft angemessen abzusichern.“
 
Paola Maria Taufer, die Vorsitzende des Landesbeirats für Chancengleichheit Trient, erklärt: „In Italien – und leider auch in unserer Provinz – verzeichnen wir einen negativen Trend, was die Unterschiede zwischen Mann und Frau betrifft. Karriere und hohe Ämter, Spitzengehälter, gute Vertragsbedingungen und langjährige Arbeitsstellen sind leider immer noch „Männersache“. Hinzu kommen Mutterschaftszeiten, Teilzeitjobs und Auszeiten für die Pflege Angehöriger. Diese Tatsache wirkt sich natürlich auf die ungleiche Rentenbehandlung zwischen Mann und Frau aus. Auch das wirtschaftlich-finanzielle Bewusstsein im Bereich der Rente stellt ein Problem dar, mit dem vor allem Frauen zu kämpfen haben. Vergessen wir außerdem nicht, dass sich diese „Wirtschaftslücke“ in der Entlohnung und in der Rente mit einem Phänomen kreuzt, das viel stärker vertreten ist, als die Statistik behauptet: Der häuslichen, finanziellen Gewalt. Wir Frauen wollen und müssen arbeiten, wir wollen und müssen in Pension gehen, und dabei bewusst und autonom unser Geld verwalten können. Wir freuen uns deshalb sehr, dass es den Equal Pension Day gibt und unterstützen ihn bereits seit mehreren Jahren tatkräftig. Er hilft uns dabei, den Frauen klarzumachen, dass der eigene Wohlstand vom Einkommen und natürlich später von der Rente abhängt und dass die Gelder, die in den Haushalt einfließen, gut und gerecht verteilt werden müssen.“
 
Auch Matteo Borzaga unterstreicht die Wichtigkeit des Equal Pension Days für die Zukunft der Frauen. „Als Gleichstellungsrat der Autonomen Provinz Trient liegt mir der Equal Pension Day besonders am Herzen. Er steht für die Sensibilisierung vor allem der jungen Arbeitnehmerinnen, dass sie ihren Lebensabend absichern müssen. Oft wird mir bewusst, dass sich die Personen bei unseren Beratungen viel zu sehr auf das Hier und Jetzt konzentrieren, ohne dabei die Auswirkungen auf morgen miteinzuberechnen. Ich beziehe mich hierbei zum Beispiel auf die Teilzeitarbeit, die natürlich von Vorteil ist, um Familie und Beruf in Einklang zu bringen. Wer aber sein Leben lang nur zu 50% arbeitet, wird mit sehr viel weniger Rente auskommen müssen.“
 
Zu dieser offensichtlichen Ungleichbehandlung zwischen den Geschlechtern betont die Bozner Gleichstellungsrätin Michela Morandini noch einmal, wie wichtig der Beitritt in einen Zusatzrentenfonds sei, um dem Risiko der späteren Altersarmut auszuweichen. „Weibliche Berufsbiografien unterscheiden sich wesentlich von jenen ihrer männlichen Kollegen: Unterbrechungen aufgrund unbezahlter Familienarbeit, geringere Entwicklungsmöglichkeiten, gehäufter Part-Time Verträge sind nur einige Aspekte, die zu einem Pay Gap führen. Bei der Rentenausschüttung verdoppelt sich dieser sorgar. Aus diesem Grund ist Vorsorge durch einen integrativen Pensionsfonds umso wichtiger.“
 
Information und Sensibilisierung
 
Mitte November startet eine Sensibilisierungskampagne für Frauen zum Thema Vorsorge. Vorgesehen sind gezielte Veranstaltungen, Informationen und Berichte, Konventionen für Frauen und vieles mehr.