2
0
1
4
 
 

Frage & Antwort

 

Sie fragen, wir antworten!

Viele Fragen werden zwar von einzelnen Personen gestellt, interessieren und betreffen aber viele andere genauso. Wir haben einen Fragenkatalog erstellt, um Ihnen erste Informationen zu geben und möglichst rasch Klarheit in Ihre Angelegenheiten zu bringen.
Wenn auch Sie eine Frage haben, die hier noch nicht beantwortet ist, können Sie uns kontaktieren 

 

Frage:
Ich habe in diesem Sommer mein Abitur in Deutschland erfolgreich bestanden.

Da ich nicht weiß, was die Zukunft für mich bereit hält, würde ich gerne mein deutsches Abitur auch in Italien anerkennen lassen. Können Sie mir Genaueres dazu schreiben?
 
Antwort:

In der Regel ist eine Anerkennung des deutschen Abiturs nur notwendig, wenn Sie in Südtirol oder dem restlichen Italien studieren wollen.
In diesem Fall brauchen Sie eine Wertigkeitserklärung für ihr deutsches Abitur.Dies gilt für alle Personen, die ihren Schulabschluss nicht in Italien erworben haben.
Die Wertigkeitserklärung kann bei einer diplomatischen Vertretung des italienischen Staates in Deutschland (Konsulat oder Botschaft) beantragt werden.

Die Wertigkeitserklärung bescheinigt, dass der Sekundarschulabschluss/Abitur oder Fachabitur (für die Zulassung zu den Bachelorstudiengängen) oder der akademische Grad (für die Zulassung zu den Masterstudiengängen) des Antragstellers für die Zulassung zu einem Universitätsstudium oder einem weiterführenden Studium in Deutschland berechtigt. Die Wertigkeitserklärung sollte so früh wie möglich beantragt werden, da die Behörden oft lange Bearbeitungszeiten haben.

In den meisten Fällen verlangt das Konsulat eine beglaubigte Übersetzung des Abschlusszeugnisses (eine Liste mit zugelassenen Übersetzern kann im Konsulat erfragt oder auf deren Webseite eingesehen werden). (Das Italienische Generalkonsulat in München stellt allerdings auch Wertigkeitserklärungen ohne die Vorlage einer Übersetzung aus)
Die Bewerbung an der Universität kann ohne Wertigkeitserklärung erfolgen, sie muss jedoch bis zur jeweiligen Immatrikulationsfrist vorliegen.
 
Rosemarie Mayer
Südtiroler in der Welt
 
 

FRAGE:
Ich bin in Österreich als Saisonkraft gemeldet und hatte die Möglichkeit mich mittels eines Formulars (Bestätigung über die geleistete Arbeitszeit in Österreich vom Arbeitsamt) in Italien arbeitslos zu melden und die entsprechende Unterstützung zu beziehen, da ich in der Zwischensaison zu Hause war. Ich hatte schon gleich mit angegeben, dass ich Anfang Juni wieder eine fixe Arbeitsstelle in Österreich haben werde. Sofort nach der Anmeldung Anfang Juni habe ich das entsprechende Formular des Wiedereintritts in die Arbeit an die Inps gefaxt. Können Sie mir sagen, ob ich vom Arbeitsamt in Bozen kontaktiert werde, sollte ich keinen Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung haben und somit kein Geld beziehen können? Oder wann wird einem das Geld in der Regel überwiesen? Muss ich mich selber darum kümmern?
 

ANTWORT:
Sie erhalten auf jeden Fall eine schriftliche Mitteilung seitens der Sozialversicherungsanstalt NISF / INPS über Ihren Antrag um Arbeitslosengeld – Ablehnung oder Genehmigungen werden immer schriftlich mitgeteilt. Das Patronat KVW/ACLI ist Ihnen behilflich bei der Überprüfung, ob Ihr Antrag um Arbeitslosengeld bereits bearbeitet wurde bzw. wann die Auszahlung des Arbeitslosengeldes erfolgt. Dazu benötigt es folgende Informationen bzw. Unterlagen:

- Beistandsvollmacht ausgefüllt mit Ihren Personaldaten und Originalunterschrift (die Vollmacht ist beim Patronat oder bei uns erhältlich).
- Angaben über Arbeitsverhältnisse der letzten 2 Kalenderjahre im In- und Ausland (Juni 2006 bis Juni 2004).
- Angabe, wann die Eintragung in die Arbeitslosenliste beim Arbeitsamt erfolgt ist bzw. wann der Antrag um Arbeitslosengeld bei NISF / INPS abgegeben wurde.

 
FRAGE:
Ich habe in Deutschland studiert und möchte nun nach dem Studium eine Arbeitsstelle in Deutschland annehmen und meinen Wohnsitz nach Deutschland verlegen.
Was muss ich dabei berücksichtigen, auch weil ich in Südtirol eine Immobilie besitze? 


ANTWORT:

Folgende Auflistung kann Ihnen bei der Rückkehr helfen und aufzeigen, was zu beachten ist. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gerne erneut an uns.

Leitfaden Auswanderung (pdf- Download) 

Rosemarie Mayer
05/2014
 

FRAGE:
Ich habe vor, nächstes Jahr nach Südtirol zurückzukehren, nachdem ich 20 Jahre in Deutschland gelebt habe. Ich habe gehört, dass ich Möbel, Haushaltsgeräte, Radio, Fernsehen, usw. zollfrei nach Südtirol einführen kann. Was aber mache ich mit meinem Auto? Was muss ich dabei alles berücksichtigen?
 

ANTWORT:
Es stimmt, dass Sie als Rückkehrerin aus einem EU Land Ihr Übersiedelungsgut, soweit es sich in Ihrem persönlichen Besitz befindet, zollfrei nach Italien einführen können. Sie benötigen lediglich ein Verzeichnis aller Umzugsgüter für eine eventuelle Kontrolle unterwegs (als Warenbegleitschein). Die Einfuhr muss auch innerhalb von 12 Monaten nach der endgültigen Rückkehr erfolgen. Für einige Umzugsgüter sind allerdings besondere Bestimmungen vorgesehen, wie für Autos, Wohnwagen, Motorräder und Motorboote. 

Nachdem Sie Ihr Auto aus einem EU Land einführen, ist folgendes nötig:
- Nachweis, dass das Fahrzeug im Besitz des Rücksiedlers ist (geht aus Fahrzeugbrief, Rechnung oder Kaufvertrag hervor).
- Nachweis über technische Daten (TÜV).
- Ihr Fahrzeug muss in Italien natürlich auch kollaudiert und immatrikuliert werden.

Die Einfuhr von gebrauchten Fahrzeugen jeglicher Art aus EU-Ländern ist zollfrei. Sobald Sie Ihren Wohnsitz wieder in Italien haben, dürfen Sie ein im Ausland zugelassenes Auto nicht mehr fahren! Deshalb müssen Sie das Fahrzeug gleich bei der Einreise verzollen (falls notwendig) bzw. die Immatrikulierung und Kollaudierung beantragen und nicht erst nach einigen Monaten. Für die Immatrikulierung benötigen Sie ein vom Konsulat ausgestelltes Formular. 

Der Antrag um Kollaudierung und Immatrikulierung des Fahrzeuges ist an das Kraftfahrzeugamt zu stellen:
Crispistr. 10
39100 Bozen
Telefon 0471 415451 

Es ist empfehlenswert, die Kollaudierung/Immatrikulierung einer Agentur für Autoangelegenheiten anzuvertrauen, die mit ihrer Erfahrung die vielen behördlichen Notwendigkeiten, z. B. auch die Einzahlung der Steuer schnell und zuverlässig erledigt.

Führerschein: Innerhalb eines Jahres nach Verlegung des Wohnsitzes in eine Gemeinde Italiens muss auch der ausländische Führerschein – auch aus EU-Ländern – umgeschrieben werden. 

Der Antrag ist beim Amt für Führerscheine und Fahrbefähigungen einzureichen:
Landhaus 3 b
Crispistr. 10
39100 Bozen
Tel. 0471 415444, Fax  0471 415454

Die Umschreibung des Führerscheines lässt man am besten durch den Italienischen Automobilclub ACI oder eine Agentur für Autoangelegenheiten besorgen. 

12.05.2010

 

FRAGE: 
Vor vielen Jahren habe ich den Hof meiner Eltern verlassen und bin nach Österreich ausgewandert. Für viele Jahre bin ich jeden Sommer nach Hause zurückgekehrt, um auf unserem Hof mitzuhelfen. Bei einem Streit mit meiner Schwester hat sie mir gedroht, dafür zu sorgen, dass ich nichts erben werde. Sei dieser Auseinandersetzung hatte ich keinen Kontakt mehr mit ihr. Als nach meinem Vater auch meine Mutter vor zwei Jahren starb, mache ich mir jetzt sorgen um mein Erbe. Habe ich ein Anrecht auf ein Erbe? Und kann meine Schwester wirklich dafür gesorgt haben, dass ich vom Erbe ausgeschlossen werde?

ANTWORT:
Gerne schildere ich Ihnen die Grundzüge der gesetzlichen Erbregelung. Grundsätzlich sieht die italienische Gesetzgebung vor, dass der Vermögensübergang entweder testamentarisch oder gesetzlich erfolgen kann.

Möglichkeit 1: Wir gehen davon aus, dass Ihre Mutter kein Testament aufgesetzt hat: Liegt kein Testament vor, tritt die gesetzliche Erbfolge ein. Das Gesetz sieht sechs Klassen von gesetzlichen Erben vor:
- den/die Ehegatt/in,
- die ehelichen und natürlichen Nachkommen,
- die ehelichen Eltern und Großeltern,
- die Seitenverwandten,
- die übrigen Verwandten,
- den Staat.
Bei Vorhandensein von Ehegatten und Kindern gehen die restlichen Klassen leer aus. Da in Ihrem Fall der Ehemann Ihrer Mutter bereits verstorben ist, sind Sie und Ihre Schwester die gesetzlichen Erben des Vermögens.

Möglichkeit 2: Wir gehen davon aus, dass Ihre Mutter ein Testament geschrieben hat: Die italienische Gesetzgebung sieht vor, dass ein Pflichtteil den nächsten Verwandten zugesprochen wird. Daher kann vom Erblasser nur ein Viertel des Vermögens frei verfügt werden, der restliche Teil steht in diesem Fall Ihnen und Ihrer Schwester zu. Um vom Erbe ausgeschlossen werden zu können, bedarf es schwerwiegender Gründe, wie z. B. einen Mordversuch am Erblasser oder die Unterschlagung eines relevanten Testaments. Wurden Sie im Testament nicht berücksichtigt, ist es nicht automatisch ungültig sondern Sie müssen bei Gericht eine „Herabsetzungsklage“ einreichen.

Möglichkeit 3: Eine weitere Regelung kommt zu gelten, wenn der Hof Ihrer Mutter ein geschlossener Hof ist, denn dieser ist unaufteilbar. D. h. um einen gesunden Bauernstand zu sichern, wurde per Gesetz festgelegt, dass nur eine Person den Hof übernehmen darf. Die weichenden Erben haben allerdings Anspruch auf eine Abfindung. Die Höhe der Abfindung richtet sich nach dem Wert des Hofes, welcher eigens berechnet wird. Auch hier wiederum haben Sie als Sohn einen Anspruch auf das Erbe, entweder auf den Hof oder auf das Geld.

Bei allen drei Möglichkeiten haben Sie Anspruch auf einen Teil des Erbes. Allerdings empfehle ich Ihnen einen Rechtsanwalt mit Ihrem Fall zu betrauen, da eine genaue Begutachtung der Rahmenbedingungen notwendig ist. 

09/10 - sp

 
FRAGE:
Ich bin Südtirolerin, lebe aber seit vielen Jahren im Ausland, habe aber immer noch Haus- und Grundbesitz in Südtirol, für die ich auch Steuern zahlen muss. Nachdem ich sonst keine Einkünfte, auch keine italienische Rente beziehe, habe ich immer das Modell UNICO machen müssen. Die entsprechende Steuer konnte ich dann immer mit dem Vordruck F24 bei meiner Bank in Südtirol zahlen. Jetzt habe ich gelesen, dass ab 1. Oktober die Einzahlungen mit dem Vordruck F24 nicht mehr bei der Bank gemacht werden können, sondern diese Steuern nur noch online (Internet, Homebanking) zu zahlen sind. Können Sie mir diesbezüglich Auskunft geben, was ich nun tun soll, da ich über diese Möglichkeiten nicht verfüge.

ANTWORT:
Es stimmt, dass es eine neue Verordnung gibt, die besagt, dass der von Ihnen genannte Vordruck F24, durch den Steuern und Sozialbeiträge an den Staat überwiesen werden, nicht mehr bei der Bank eingezahlt werden kann, sondern die geschuldeten Steuern und Beiträge in telematischer Form, d.h. via Internet bzw. Homebanking, aber auch über berechtigte Vermittler, gezahlt werden müssen. 

Dies betrifft aber nur Inhaber einer Mehrwertsteuernummer, also v.a. Unternehmer und Freiberufler, nicht aber Privatpersonen. 

Privatpersonen können nach wie vor mit ihrem ausgefüllten Zahlungsvordruck F24 zur Hausbank in Südtirol gehen und die geschuldeten Beträge über das Konto entrichten.
Wenn Sie also nicht unternehmerisch in Südtirol tätig sind und keine Mehrwertsteuernummer haben, so betrifft Sie diese Änderung nicht und Sie können nach wie vor bei Ihrer Bank in Südtirol die Überweisung vornehmen. 

Sollten Sie allerdings in Südtirol unternehmerisch tätig sein und eine Mehrwertsteuernummer besitzen, so können Sie sich an die KVW Steuerbüros in unseren Bezirksbüros wenden. Diese sind berechtigte Vermittler und können Ihnen bei der telematischen Zahlung behilflich sein.

2006 
 
FRAGE:
Ich habe vor, mit meiner Familie nach Südtirol zurück zu kommen. Wie schaut es mit Förderungen für meine Kinder aus? Ich habe gehört, dass sich bei den Förderkriterien für das Familiengeld ab 2014 in Hinblick auf den Wohnsitz etwas geändert hat?



ANTWORT: 
Es gibt in Südtirol 3 unterschiedliche Arten von Familiengeld:
Familiengeld des Landes Südtirol:

Auf Grund des Beschluss Nr. 1597 vom 21. Oktober 2013 sind folgende Voraussetzungen ab 1.1.2014 nötig:
Kinder: bis zur Vollendung des 3. Lebensjahres; das Kind muss mit dem betreffenden Elternteil bzw. mit den Pflegeeltern zusammenleben. Dies muss aus dem Familienbogen der antragstellenden Person hervorgehen.
Wohnsitz: einen ununterbrochenen Wohnsitz von mindestens 5 Jahren in Südtirol; in Alternative einen historischen Wohnsitz von mindestens 15 Jahren , davon mindestens 1 Jahr ununterbrochen vor Einreichung des Gesuches.
Wirtschaftliche Situation: Die Einkommens- und Vermögensgrenze der Familie (unabhängig von der Anzahl der Familienmitglieder) darf 80.000,00 € nicht überschreiten.
Ab dem 1. Januar 2014 liegt der Betrag bei 200,00 € pro Monat und Kind.
Der Antrag kann bei allen Patronaten des Landes eingereicht werden.
 
Familiengeld der Region :
Das Familiengeld der Region steht Familien zu mit:
Kinder:
 
  • mindestens 2 minderjährigen Kindern oder
  • einem einzigen Kind unter 7 Jahren oder
  • einem behinderten Kind, auch nach dessen Volljährigkeit oder
  • einem minderjährigen Kind mit einem/r mitlebenden volljährigen Bruder/Schwester welche/r auf dem Familienbogen des Antragstellers aufscheint.
Wohnsitz: einen ununterbrochenen Wohnsitz von mindestens 5 Jahren in der Region Trentino-Südtirol; in Alternative einen historischen Wohnsitz von mindestens 15 Jahren , davon mindestens 1 Jahr ununterbrochen vor Einreichung des Gesuches;
Die Kinder müssen mit der antragstellenden Person zusammenleben. Dies muss aus dem Familienbogen hervorgehen.
Der Betrag wird differenziert nach Einkommen und Vermögen und nach der Anzahl der Familienmitglieder ausbezahlt.
Der Antrag kann bei allen Patronaten des Landes eingereicht werden.
 
Familiengeld des Staates:
Das Familiengeld steht allen EU-Bürgern und Nicht EU-Bürgern (die in Besitz der langfristige Aufenthaltsgenehmigung sind) zu, welche in einer Gemeinde Südtirols ansässig sind und mindestens drei Kinder unter 18 Jahren haben
Das Familiengeld ist einkommensabhängig und wird auf der Grundlage des sogenannten "Indikators der wirtschaftlichen Situation" ("ISE") auf 13 Monate berechnet und einmalig ausbezahlt.
Der Antrag kann bei allen Patronaten des Landes eingereicht werden.
 
Januar 2014
 
FRAGE:
Vor einigen Wochen bin ich mit meinem Mann nach Südtirol zurückgekehrt. Wir haben 30 Jahre lang in Österreich gearbeitet und gelebt und möchten jetzt unsere Pensionszeit in Südtirol verbringen. Wir haben schon einige Behördengänge hinter uns gebracht und dabei sind einige Fragen zum Führerschein aufgetaucht. Wir haben beide einen österreichischen Führerschein, müssen wir diese umschreiben? Wenn ja, wie erfolgt die Umschreibung und wer ist für diese zuständig?


ANTWORT:
In Südtirol, wie auch in Österreich und Deutschland, werden Führerscheine, welche in einem Staat der Europäischen Union erworben wurden, anerkannt und dem italienischen Schein gleichgestellt. Das heißt für Sie, dass Sie nicht dazu verpflichtet sind Ihren Führerschein umschreiben zu lassen. Was Sie jedoch beachten sollten sind die veränderten Bestimmungen: Es gelten dann nicht mehr die österreichischen Bestimmungen sondern die italienischen, die beispielsweise die Gültigkeit des Führerscheins (gilt ab dem Datum der Anmeldung bei der Gemeinde) oder die ärztlichen Kontrolluntersuchungen betreffen. Spätestens bei Ablauf der Gültigkeit muss der Führerschein dann doch umgeschrieben werden, d. h. Sie gehen zum Amt für Mobilität weisen daraufhin, dass die Gültigkeit abgelaufen ist und Sie werden daraufhin einen italienischen Führerschein bekommen (Kosten ca. 90 Euro).

Möchten Sie freiwillig gleich nach der Rückkehr den Führerschein umschreiben lassen, dann wenden Sie sich bitte an das Amt für Mobilität (Landhaus 3B, Crispistr. 10, Bozen) bzw. an eine  Autoagentur oder Fahrschule.

07/10 - sp
 
Ich bin gebürtige Südtirolerin, musste aber bei der Heirat in den 60er Jahren mit einem Franzosen die französische Staatsbürgerschaft annehmen und die italienische Staatsbürgerschaft abgeben.
Nun muss ich meinen französischen Ausweis erneuern und benötige meine Geburtsurkunde.
Von der Gemeinde in Südtirol habe ich nun einen Auszug aus der Geburtsurkunde zugeschickt bekommen, der aber nur einen (von meinen zwei) Vornamen enthält und dieser ist in italienischer Sprache.
Die französischen Behörden machen mir nun Probleme, da sie die Urkunde mit beiden Vornamen, wie sie auch in meinem französischen Ausweis stehen und in deutscher Sprache benötigen.
Was kann ich tun


Beantragen Sie bei Ihrer Geburtsgemeinde die beglaubigte Kopie einer kompletten Abschrift der Geburtsurkunde – keinen Auszug.
In der Geburtsurkunde sind beide bzw. alle Vornamen enthalten.
Im Auszug ist nur der amtliche Rufname enthalten. Früher konnte man entscheiden, ob lediglich ein Vorname der Rufname ist und lediglich dieser bei Dokumenten anzugeben ist oder zwei bzw. mehrere Vornamen Rufnamen sind und demzufolge immer beide Namen bei amtlichen Dokumenten anzugeben sind.
Bei Ihnen ist es so, dass lediglich der erste Name der amtliche Rufname ist. Der zweite ist zwar in der eigentlichen Geburtsurkunde enthalten, wird aber beim Auszug aus dem Geburtsregister nicht vermerkt, da er für amtliche Dokumente in Italien keine Relevanz hat.

Was die italienische Schreibung Ihres Namens betrifft, war es zum Zeitpunkt Ihrer Geburt in den vierziger Jahren üblich, dass die deutschen Taufnamen auf der Gemeine in italienischer Schreibweise eingetragen wurden.
Dies können Sie auch jetzt noch ändern lassen, indem wir für Sie einen Antrag auf Namensänderung bei der Generalstaatsanwaltschaft stellen.

Notwendige Unterlagen:
- ein ausgefülltes und unterschriebenes Antragsformular, das ich Ihnen zuschicke
- Kopie eines gültigen Ausweises - unterschrieben mit Datum
- eine vollständige Abschrift der Geburtsurkunde (bekommen Sie bei Heimatgemeinde in Südtirol)
- eine Sammelbescheinigung über die Staatsbürgerschaft sowie den Familienbogen (bekommen Sie bei Heimatgemeinde in Südtirol)
- 2 Stempelmarken in der Höhe von 3,54 Euro (über Trafik in Südtirol erhältlich)
Diese Unterlagen lassen Sie mir zukommen und ich leite Sie an die Generalstaatsanwaltschaft weiter.
Bei Genehmigung der Namensänderung wird die Generalstaatsanwaltschaft den Auftrag zur Namensänderung Ihrer Heimatgemeinde zukommen lassen. Diese wird daraufhin den Namen im Geburtsregister umändern.
Sobald die Änderung vollzogen ist, lassen Sie sich eine beglaubigte Kopie der vollständigen Abschrift der Geburtsurkunde von der Heimatgemeinde zukommen. Ein zweite beglaubigte Kopie muss die Gemeinde in Südtirol an Ihre jetzige Wohnsitzgemeinde in Frankreich schicken. 
Lassen Sie der Gemeinde in Südtirol die entsprechen Postadressen zukommen.
In der Regel geht die Bearbeitung innerhalb weniger Wochen. 


Rosemarie Mayer
Südtirolerin der Welt
10.7.12
 
Frage: Mein Partner und ich würden gerne nächstes Jahr in Südtirol heiraten.
Da ich gebürtig aus Südtirol bin, wäre es mein Traum, mich in Südtirol trauen zu lassen.
Mein Partner und ich besitzen keine italienische Staatsbürgerschaft und haben unseren Wohnsitz im Ausland. Wir sind damit in keiner Südtiroler Gemeinde gemeldet.
Gibt es für uns die Möglichkeit in Südtirol zu heiraten und wenn ja, was ist alles zu beachten?
 
Antwort: Folgendes ist bei einer Heirat in Südtirol von Nicht Italienischen Staatsbürgern mit Wohnsitz im Ausland zu beachten.

Dokumente, die benötigt werden:
1. Ehefähigkeitszeugnis ausgestellt von der Wohnsitzgemeinde - darf nicht älter als 6 Monate sein (enthält Informationen zum Zivilstand – ledig, verwitwet, geschieden (wann die Scheidung rechtskräftig wurde)
2. Internationaler Geburtsauszug beider Partner mit Elternangabe
3. Erklärung des Einwohnermeldeamtes über Wohnsitz, Staatsbürgerschaft und Zivilstand (internationaler Auszug!)
4. Personalausweis
5. Personalausweis der Trauzeugen
 
Nehmen Sie mit dem Standesamt, in dem die Trauung stattfinden soll rechtzeitig Kontakt auf und klären ab, ob der Wunschtermin frei ist und ob Kosten anfallen (wird unterschiedliche gehandhabt) Grundsätzlich gilt, dass man in der Gemeinde heiraten darf, in der man als Gast für den Zeitraum der Eheschließung untergebracht ist.

In den meisten Gemeinden kann man nur im Gemeindeamt heiraten, da dies die einzig eingetragene öffentliche Amtsstube ist. In machen Gemeinden gibt es allerdings auch Ausnahmen. Z.B. kann man in Bruneck kostenpflichtig auch auf Schloss Bruneck heiraten.

Bei einer Heirat in Italien ist zu berücksichtigen:
Sie werden laut italienischem Gesetz getraut und dies bedeutet eigentlich auch, dass bei einer Scheidung das italienische Gesetz greift (letzteres wird in der Praxis aber eher selten so gehandbabt)).
Die Braut muss seit mindestens 300 Tagen freien Standes sein (d.h. seit mindestens 300 Tagen geschieden), ansonsten kann die Ehe nicht eingegangen werden.
Es dürfen weder Hindernisse der Verwandtschaft, Schwägerschaft, Annahme als Kind bzw. Pflegekind oder anderer Hindernisse im Sinne der Art. 85. 86, 87 und 88 des italienischen Bürgerlichen Gesetzbuches (codice civile) bestehen.
Dies muss das Brautpaar beim Standesamt der Gemeinde in Südtirol in einem Protokoll vor dem Standesbeamten erklären und unterzeichnen.
Trauungen finden in den Amtssprache statt, also deutsch/italienisch oder einer von beiden.
Die Urkunden müssen in beiden Sprachen unterzeichnet werden.
Nach der Trauung erhält das Brautpaar einen internationalen Trauschein.
Die Trauung muss der jeweiligen Wohnsitzgemeinde mitgeteilt werden.
Das Standesamt in Südtirol übermittelt den Trauungsakt an die jeweiligen Behörden wie z.B. Konsulat, Geburtsgemeinde und Wohnsitzgemeinde, um eine flächendeckende Information und die Eintragung des Ehestandes auch im Ausland zu garantieren.
 
Südtiroler in der Welt
April 2014
 
 
Frage:
Mein Mann und ich sind gebürtige Südtiroler und in der AIRE Liste unserer Heimatgemeinde als „im Ausland lebende Italiener“ gemeldet.  Jetzt möchten wir in Südtirol eine Wohnung kaufen.
Gilt nach wie vor die Möglichkeit eine Wohnung mit den Steuervergünstigungen einer Erstwohnung zu kaufen, auch wenn wir nun im Ausland leben und den Wohnsitz nicht in diese Immobilie verlegen wollen, sondern mit Hauptwohnsitz im Ausland bleiben wollen?


Antwort:
Ja, diese Möglichkeit gibt es nach wie vor. Allerdings mit einigen Änderung seit 1.1.2014.

Die aktuelle Regelung ist Folgende:
Wenn der Käufer einer Immobilie in Italien ein im Ausland wohnhafter italienischer Staatsbürger ist (eingetragen im AIRE Register seiner letzten Wohnsitzgemeinde in Südtirol), besteht die Möglichkeit, eine Immobilie mit den steuerlichen Vergünstigungen bzgl. Erstwohnung in allen Gemeinden des italienischen Staatsgebietes zu erwerben ohne seinen Wohnsitz bereits im Ort der Immobilie zu haben oder dorthin verlegen zu müssen.
Voraussetzung ist allerdings, dass man die sonstigen Kriterien für den Kauf als Erstwohnung erfüllt:
neben den spezifischen Voraussetzungen an die Wohnung sind dies:
     - der Käufer darf keine anderen Realrechte an Immobilien in derselben Gemeinde, in der die neue  
        Immobilie ist - Wohnrecht, Fruchtgenussrecht - besitzen und
     - nie die Steuerbegünstigungen für Erstwohnung in ganz Italien in Anspruch genommen haben .
Dies ist eine spezielle Regelung für im Ausland lebende italienische Staatsbürger, die diesen einen Wohnungskauf unter den steuerlichen Vergünstigungen (prima casa) zugesteht, obwohl die Wohnung effektiv nicht als Erstwohnung genutzt wird.

Übersicht über die Steuern
 
  Art der Abgaben Seit 1.1.2014
Kauf als Erstwohnung von Privatperson Registergebühr   2%
Hypothekargebühr 50 Euro
Katastergebühr 50 Euro
Kauf als Erstwohnung von Bauunternehmen Registergebühr   4%
Hypothekargebühr 50 Euro
Katastergebühr 50 Euro
Übertragung landwirtschaftlicher Grundstücke zugunsten eines selbstbewirtschaftenden Landwirtes Registergebühr 200 Euro
Hypothekargebühr 200 Euro
Katastergebühr   1%, wird aber in   
  Südtirol nicht
  angewandt
Übertragung landwirtschaftlicher Grundstücke an sonstige Registergebühr 12%
Hypothekarsteuer   2%
Übertragung aller anderen Liegenschaften Registergebühr   9%
Hypothekargebühr 50 Euro
Katastergebühr 50 Euro
 
Vorgesehen ist eine Befreiung von der Stempelsteuer
Die Abgaben (Registergebühren, Hypothekar- und Katastergebühren) werden in der Regel vom Notar bei der Registrierung eingezahlt.

Rosemarie Mayer
Stand Januar 2014
 
 
Frage:
Wie schaut es im Jahr 2013 mit der IMU aus? Ich habe gehört, dass sie gestrichen werden soll?

ANTWORT:
Solange keine gesetzliche Änderung vorliegt, schaut die Situation folgendermaßen aus:

Die im Jahr 2012 erstmals erhobene Immobiliensteuer „imposta municipale unica“ – kurz IMU wird auch im Jahr 2013 wieder erhoben. Die erste Rate ist bis zum 17. Juni 2013 fällig.
Auch im Ausland lebende Personen mit Immobilienbesitz in Italien sind davon betroffen.
Wie auch im letzten Jahr werden die Betroffenen von der jeweils zuständigen Gemeinde in Südtirol mit der Zahlungsaufforderung angeschrieben.
Es ist möglich, dass sich der Beitragssatz im Vergleich zum Jahr 2012 verändert hat, da viele Gemeinden in den letzten Wochen Änderungen in Bezug auf die Hebesätze der IMU beschlossen haben. Die Gemeinden hatten bis 9. Mai Zeit, neue Hebesätze zu beschließen.
Gemeinden, die bis zum 9. Mai keinen Beschluss getroffen haben, können dies bis 9. November nachholen. In diesem Fall wird die erste Rate 2013 vorerst noch mit den Zahlen und den relevanten Hebesätzen des letzten Jahres getroffen. Die für das ganze Jahr 2013 endgültigen Hebesätze und Beträge werden dann allerdings erst mit der 2. Rate im Dezember ermittelt. Ja nach Gemeindenbeschluss kann es also sein, dass die 2. Rate höher oder niedriger ausfällt
Eine weitere Änderung betrifft die bisherige Aufteilung der Steuereinnahmen in Gemeinde und Staat. Dies hat im letzten Jahr bekanntlich zu Komplikationen geführt aufgrund der unterschiedlichen Zahlungscodes für Gemeinde und Staat..
Ab 2013 erfolgt nun als Vereinfachung eine unterschiedliche Zuteilung der Einnahmen je nach Art der Liegenschaft: die Einnahmen aus Wohnungen und den entsprechenden Zubehöreinheiten (wie Garagen) sowie bebaubarer Grundstücke oder Geschäfte fließen ausschließlich den Gemeinden zu.
Lediglich Einnahmen aus gewerblichen Baueinheiten und den entsprechenden Zubehöreinheiten fließen ausschließlich dem Staat zu.
Die Zahlung der IMU aus dem Ausland vereinfacht sich damit erheblich. Neben der Überweisung durch ein italienisches Konto (bei online Konten gibt es ein eignes Fenster, das für die Zahlung von F24 vorgesehen ist), ist nun auch die Überweisung durch ein ausländisches Konto problemloser. Als weitere Möglichkeit bleibt auch immer noch die fristgerechte Zahlung über eine Post- oder Bankfiliale in Italien.
Bei generellen Fragen zur IMU wenden Sie sich gerne an die Südtiroler in der Welt.
Bei spezifischen Fragen wenden Sie sich an die Gemeinde, in der sich Ihre Immobilie befindet.
Rosemarie Mayer 
13/05/2013 
 
 
Frage:
Ich studiere in Österreich und arbeite dort geringfügig und unregelmäßig neben dem Studium. Meinen Wohnsitz habe ich noch in Südtirol.
Mein Arbeitgeber verlangt von mir nun den Nachweis, dass ich krankenversichert bin.
Ich habe nun beim Gesundheitssprengel in Südtirol angefragt, dass dieser mir eine Bestätigung ausstellt, dass ich in Südtirol krankenversichert bin.

Nun verweigert mir der Gesundheitssprengel in Südtirol die Ausstellung des Nachweises und teilt mit, dass ich mich in Österreich krankenversichern muss.
Bisher war das nicht so. Können Sie mir mitteilen, wie ich mich verhalten soll bzw. was es damit auf sich hat?

 
Antwort:
Im Frühjahr ist es zu einer Neuerung bzw. restriktiveren Vorgangsweise bzgl. Krankenversicherung in Südtirol gekommen.
Studenten und weitere Personen, die sich nur zeitweilig im EU-Ausland befinden und dort einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgehen (auch geringfügige Arbeiten), müssen sich künftig, bei oder trotz Hauptwohnsitz in Südtirol, im Land der Arbeitstätigkeit krankenversichern.
Dem liegt die EU Verordnung 883/2004 zugrunde, die besagt: „eine Person, die in einem Mitgliedstaat eine Beschäftigung oder selbstständige Erwerbstätigkeit ausübt, unterliegt den Rechtsvorschriften dieses Mitgliedstaats;“.
Dies hat zur Folge, dass jegliche Beschäftigung im Ausland dem Sanitätsbetrieb in Südtirol gemeldet werden muss und zu einer Stilllegung der Gesundheitskarte in Südtirol führt. Damit sind die betroffenen Personen verpflichtet, im Ausland eine Krankenversicherung abzuschließen.
In Südtirol sind diese Personen über die ausländische Krankenversicherung auslandsversichert.
Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses kann sofort wieder um die Eintragung in den Gesundheitsdienst in Südtirol über den zuständigen Gesundheitssprengel angesucht werden. Die Eintragung erfolgt unverzüglich.
Bei einer Nichtbeachtung dieser Regelung und ungerechtfertigter Inanspruchnahme medizinischer Leistungen über die italienische Gesundheitskarte, kann es zu einer Rückerstattung kommen.
 
Rosemarie Mayer
Südtiroler in der Welt
 
 
FRAGE:
Ich lebe seit vielen Jahren in Deutschland und beziehe eine deutsche und eine italienische Rente.
Seit einiger Zeit muss ich auch auf meine italienische Rente einen Beitrag zur deutschen Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Bisher unterlagen ausländische Renten doch nicht der deutschen Beitragspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung.
Warum jetzt? 

ANTWORT:

Mit Verabschiedung des Gesetzes zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit in Europa (EG 883/2004 und
EG 987/2009) werden seit dem 01.07.2011 in Deutschland ausländische Renten den Renten der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung gleichgestellt. Die rechtlichen Änderungen gelten sowohl für bereits laufende als auch künftige ausländische Rentenbezüge. Betroffen sind hiervon also alle Versicherten, die entweder bereits eine ausländische Rente beziehen oder künftig erhalten werden.
Wenn Ihre ausländische Rente mit einer Rente der gesetzlichen deutschen Rentenversicherung vergleichbar ist, gelten für
diese Rente die gleichen gesetzlichen Bestimmungen wie für Ihre deutsche Rente. Das bedeutet, dass in diesem Fall ab 01.07.2011 auch für Ihre ausländische Rente Beitragspflicht zur Kranken- und Pflegeversicherung besteht. Hierbei ist es unabhängig, ob Sie diese Rente aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU) oder einem Drittstaat beziehen.
Als Bezieher einer ausländischen Rente erhalten Sie vom ausländischen Rententräger keine Beitragszuschüsse zur deutschen Kranken- und Pflegeversicherung. Daher sind die Beiträge allein von Ihnen zu tragen. Damit Ihnen dadurch keine Nachteile entstehen, wird aus den ausländischen Renten nur die Hälfte des allgemeinen Beitragssatzes zur Krankenversicherung erhoben.
 
Die Mitteilung über den Bezug einer ausländischen Rente an Ihre deutsche Krankenkasse ist verpflichtend.
Die Beitragspflicht gilt rückwirkend zum 1.7.2011.
 
Rosemarie Mayer - Südtiroler in der Welt
18.02.2014
 
 
FRAGE:
Ich bin seit 01.01.2006 im Ruhestand und beabsichtige wieder nach Südtirol urückzukehren. Für die Planung ist es für mich wichtig Klarheit über folgende Punkte zu haben: Wie erfolgt die Krankenversicherung z.B. über meine derzeitige Versicherung (Techniker Krankenkasse) oder muss ich in eine italienische Kasse eintreten? Wie hoch sind die Beiträge, wenn ich in eine italienische Kasse eintreten muss? Kann meine Frau weiterhin bei mir versichert bleiben? 

ANTWORT:
Rücksiedelung mit gesetzlicher Krankenversicherung im Ausland und ausschließlich deutschem (d.h. ausländischem) Rentenbezug: Wenn ein Südtiroler im EU Ausland oder der Schweiz gesetzlich krankenversichert ist, bleibt er auch wenn er als Rentner nach Südtirol zurückkehrt, Mitglied der ausländischen Krankenversicherung. Er zahlt auch weiterhin in diese Krankenversicherung ein. Vor der Rückkehr nach Südtirol lässt sich der Heimatferne von seinem zuständigen Krankenversicherungsinstitut im Ausland den Vordruck E 121 ausstellen. Mit diesem geht er in Südtirol zum zuständigen Sanitätsbetrieb bzw. Gesundheitssprengel (= EX-Krankenkasse), in dem er seine Ansässigkeit erlangt hat. Damit wird er regulär beim Südtiroler Landesgesundheitsdienst eingetragen und erhält die Leistungen, die im italienischen Krankenversicherungssystem vorgesehen sind. Diese sind in der Regel nicht 100% identisch mit den Leistungen des bisherigen Wohnortlandes.

Rücksiedelung mit gesetzlicher Krankenversicherung im Ausland und deutschem (d.h. ausländischem) sowie italienischem Rentenbezug: Bekommen Sie jedoch zusätzlich zur deutschen auch eine italienische Rente, dann werden Sie aufgrund dieser im Landesgesundheitsdienst eingetragen werden und müssen nicht mehr über Ihr deutsches Versicherungsinstitut versichert bleiben. Sie ersparen sich dabei die Entrichtung des Krankenkassenbeitrages in Deutschland. In Italien fällt dabei kein Beitrag für die Krankenversicherung an.

Krankenversicherung der bisher im Ausland mitversicherten und zu Lasten lebenden deutschen Ehefrau: Grundsätzlich müssen Sie zusammen mit Ihrer Ehefrau den Erstwohnsitz wieder nach Südtirol verlegen. 
Bezieht nur der Ehemann, also Sie, eine Rente aus Deutschland (d.h nur aus dem Ausland und keine italienische Rente), so müssen Sie vom dortigen Krankenversicherungsinstitut den Vordruck E 121 für sich und für Ihre zu Lasten lebende Ehefrau beantragen und werden mit diesem dann im Landesgesundheitsdienst in Südtirol eingetragen.
Bezieht der Ehemann auch eine italienische Rente und kann damit im Landesgesundheitswesen in Südtirol eingetragen werden und damit die deutsche Versicherung kündigen, wird die Ehefrau in diesem Falle in Südtirol mit ihm mitversichert und auch für sie entfällt die Einzahlung der Krankenkassenbeiträge in Deutschland. In Italien fällt dabei kein Beitrag für die Krankenversicherung an. Für diese Art der Einschreibung ist jedoch der meldeamtliche Wohnsitz in Südtirol Voraussetzung und unverzichtbar.
Für die Ehefrau wird hierfür auch die so genannte Aufenthaltsgenehmigung gefordert. Diese kann bei der Quästur in Bozen beantragt werden.
Sollte die Frau auch italienische Staatsbürgerin sein, so entfällt selbstverständlich die Anforderung der Aufenthaltsgenehmigung und es genügt allein die Ansässigkeit zur Aufnahme in den Landesgesundheitsdienst, welche ohne Beiträge ist. 

Weitere Informationen erhalten Sie beim jeweiligen zuständigen Sanitätsbetrieb bzw. Gesundheitssprengel. Dieser hängt von Ihrem zukünftigen Wohnort ab.
 
Frage: Welche Auswirkungen hat es auf meine Kirchenzugehörigkeit in Italien, wenn ich aus steuerlichen Gründen aus der Kirche in Deutschland austrete?

Antwort:
Wenn Sie rein aus steuerrechtlichen Gründen, nicht aber aus Glaubensgründen aus der Kirche in Deutschland (gleiches gilt auch für Österreich und Schweiz) austreten, hat das für Sie keine Folgen auf die Kirchenzugehörigkeit in Italien. Sie bleiben hier in Italien ein vollwertiges Mitglied der katholischen Kirche. Damit soll den Betroffenen die Möglichkeit gegeben werden, einen Unterschied zwischen einem steuerlichen und einem moralischen Austritt zu machen.

Folgende Schritte sind dazu nötig:
Sie erklären beim Standesamt Ihrer deutschen Wohnsitzgemeinde, dass Sie aus der Kirche austreten möchten.
Daraufhin werden Sie in Deutschland von der Zahlung der Kirchensteuer befreit.
Das deutsche Standesamt leitet die Mitteilung über den Kirchenaustritt an die Diözese Bozen Brixen weiter. Diese nimmt daraufhin per Post Kontakt mit Ihnen auf (kann etliche Monate dauern) und fordert Sie auf ein mitgeschicktes Formular (u.a. über die Gründe des Kirchenaustritts) auszufüllen und zurückzuschicken.
Sofern Sie bestätigen, lediglich aus Steuergründen, nicht aber aus Glaubensgründen aus der Kirche in Deutschland ausgetreten zu sein, bleiben Sie in Italien ein vollwertiges Mitglied der katholischen Kirche mit allen Rechten und Pflichten. In Deutschland hingegen können Sie keine kirchlichen Rechte mehr wahrnehmen.
Wenn Sie hingegen aus Glaubensgründen aus der Kirche austreten und dies auch gegenüber der Diözese Bozen Brixen vertreten, gelten Sie auch in Italien als ausgetreten, und dies wird im Taufbuch vermerkt.

Bis vor wenigen Jahren wurde dies anders gehandhabt.
Da brachte ein Austritt aus der deutschen Kirche automatische einen Austritt aus der italienischen Kirche mit sich.
Falls ein Betroffener Interesse hat, wieder in die katholische Kirche in Italien aufgenommen zu werden, kann er dies jederzeit machen. Einer Wiederaufnahme steht nichts im Wege. Dazu wendet man sich am besten an die Heimatpfarrei in Südtirol.

Rosemarie Mayer
Südtiroler in der Welt
Stand September 2013

 
FRAGE: 
Ich habe noch Lire Scheine meiner Eltern bei uns zu Hause gefunden. Kann ich diese noch in Euro eintauschen und wenn ja wo? 


ANTWORT:
Laut Gesetz konnte die Lira nur noch bis zum 28. Februar 2012 bei der Banca d’Italia (in der Horazstraße 1 in Bozen (Nähe Siegesplatz) in Euro umgetauscht werden.
Die Umtauschmöglichkeit galt für alle Lire Banknoten und Lire Münzen, die bis zum 1. März 2002 gültig waren.
Alle übrigen Lire Gelder sowie auch die ganz kleinen 50- und 100 Lire Münzen, die für kurze Zeit im Umlauf waren, können bereits nicht mehr eingetauscht werden. 

Nun gilt die allgemeine Regelung, dass keine Lire Banknoten und keine Lire Münzen mehr in den Banken umgetauscht werden können.

Mai 2014
 
FRAGE:
Ich bin die Tochter eines Südtirolers im Ausland und lebe und studiere in Deutschland. Im Rahmen meines BWL Studiums muss ich ein 2 oder auch mehrmonatiges Praktikum machen, was ich gerne in Südtirol umsetzen würde. Am Günstigsten wäre ein Praktikum in einer Bank. Können Sie mir sagen, an wen ich mich diesbezüglich wenden kann und welche Schritte nötig sind?
 

ANTWORT:
Grundsätzlich haben Sie die Möglichkeit in Südtirol ein Praktikum zu machen. Als Universitätsstudentin ist die Höchstdauer des Praktikums 6 Monate (Minimum 2 Wochen), wobei dies bei entsprechendem Antrag auch verlängert werden kann. 

Der Ablauf ist folgender:
Sie müssen selbst bei einer Bank oder einem anderen von Ihnen gewünschten Arbeitgeber um ein Praktikum anfragen. Daraufhin müssen Sie bzw. der künftige Praktikumsplatz ein Antragsformular an den Arbeitsservice (ehemaliges Arbeitsamt) schicken, der das Praktikum genehmigt. Das Praktikum darf erst begonnen werden, wenn die Genehmigung von Seiten des Arbeitsservice vorliegt. 

Es gibt bereits Arbeitsfelder, bei denen ein Praktikum sofort genehmigt wird und andere Berufsfelder, die bis jetzt noch nicht als Praktikum angesucht wurden und deshalb erst noch auf die Praktikumstauglichkeit geprüft werden müssen (dies dauert ca. 2 Wochen). Nach der Genehmigung durch den Arbeitsservice bekommt der Arbeitgeber eine Kopie des Abkommens, der wiederum eine Kopie an den Praktikanten weiterleiten muss. Für bereits bestehende Berufsfelder gibt es bereits fertige Antragsformulare (z.B. Formular für Bürofachkraft), für neue gibt es ein individuelles Formular, in dem der Arbeitsbereich genau beschrieben werden muss. Das Berufsfeld müssen Sie mit Ihrem Arbeitgeber klären. 

Weitere Informationen und die jeweiligen Formulare (individuelle und bereits bestehende Berufsfelder) finden Sie unter www.provinz.bz.it/arbeit/formulare
und bei der Zentralstelle des Arbeitsservice: 
Leonardo-da-Vinci-Str. 7
39100 Bozen
Tel. 0471/412730-38
as@provinz.bz.it

Neben dem Formular benötigt der Arbeitsservice auch eine Studienbescheinigung und eine Fotokopie des Personalausweises von Ihnen.
 

Frage:
Bekommt man den CUD auch heuer nicht mehr zugeschickt? Was muss ich tun, um einen CUD zu erhalten?



ANTWORT:
Das italienische Renteninstitut INPS schickt seit 2013 das Formular CUD den Rentnern nicht mehr wie bisher per Post zu.

Was ist der CUD?
Das Formular CUD enthält die Aufstellung der Renteneinnahmen des Vorjahres und wird von vielen Rentnern für die Steuererklärung im aktuellen Wohnsitzstaat benötigt. 

Wie erhält man den CUD ab jetzt?
1. Download über Internetseite der INPS:
Sie können auf der Internetseite der INPS http://www.inps.it  (unter Servizi online – il PIN online) einen PIN Code beantragen und mit diesem auf der Interseite der INPS das Formular CUD herunterladen.
Nachteil dabei ist, dass man sich mit der Beantragung des PIN Codes automatisch verpflichtet, alle weiteren Formulare und Unterlagen, die einem die INPS im Laufe eines Jahres zukommen hat lassen (RED Est,…) eigenverantwortlich von der Homepage der INPS besorgt. Die INPS verschickt damit keine Post mehr an den Rentner.
Die Homepage der INPS und die dort erhältlichen Unterlagen sind ausschließlich in italienischer Sprache. 

2. Patronat im Ausland
Sie können sich an ein italienisches Patronat (http://www.patronato.acli.it/sedi.asp ) in Ihrer Nähe wenden und dieses um die Zusendung des CUD anfragen.

3. Über Südtiroler in der Welt bzw. Patronat KVW/ACLI in Bozen
Wer oben angegebene Möglichkeiten nicht hat, kann sich an die Südtiroler in der Welt wenden. Wir bemühen uns, die Einsparungen von Seiten der INPS nicht zum Nachteil für die Rentner im Ausland werden zu lassen. Sie können über uns bzw. unser Patronat KVW/ACLI den CUD beantragen.

Schicken Sie uns folgende Unterlagen zu:
- eine unterschriebene Beistandsvollmacht für unser Patronat KVW/ACLI im Original
  Diese Beistandsvollmacht können Sie hier herunterladen, oder Sie wenden sich direkt an uns 0039 0471 309176
- Kopie Ihres Ausweises
- Ihre Rentennummer
- Ihre Email Adresse

Wir lassen Ihnen dann den CUD via Email zukommen.

Rosemarie Mayer
Südtiroler in der Welt
03/2014

 
FRAGE:
Muss ich auch heuer wieder eine Einkommenserklärung RED Est an das Renteninstitut INPS schicken? Ich habe noch keine Aufforderung dazu bekommen. Was muss ich tun?

 

ANTWORT:
Laut Informationen des Renteninstituts INPS/NISF werden die Aufforderungen zur Erklärung des Einkommens 2013 im Juni 2014 an die Betroffenen verschickt.

Wer ist davon betroffen:
Angeschrieben werden laut INPS nur Bezieher einer einkommensgebundenen italienischen Rente, d.h. in der Regel Personen, die eine Hinterbliebenenrente oder eine Invalidenrente beziehen oder aufgrund des niedrigen Einkommens eine 14. Monatsrate erhalten. Diese Renten sind in der Höhe abhängig vom Gesamteinkommen einer Person.

Was wird bei der Einkommenserklärung mitgeteilt:
Das italienische Renteninstitut fordert mit dieser Erklärung Informationen über alle Einkommen einer Person (und des Ehepartners) ein, die diese zuzüglich zur italienischen Rente erhält. Z.B. Renteneinnahmen im neuen Wohnsitzland oder anderen Ländern, Einnahmen aus Beschäftigung, Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung,…
Das Renteninstitut INPS ermittelt an Hand der Höhe des Gesamteinkommens die weitere Berechtigung bzw. die Höhe der einkommensgebundenen Rente.

Wie erklärt der Rentner sein Einkommen für das Jahr 2013:
Die Einkommensmitteilung soll auf telematischem Wege erfolgen und wird von italienischen Patronaten im Ausland gemacht.
Über diese Internetseite findet man das nächstgelegene Patronat ACLI: http://www.patronato.acli.it/sedi.asp       oder
INCA: http://patronato-inca.de/DE/index.php?option=com_content&view=article&id=60&Itemid=79

Das Patronat teilt Ihnen mit, welche Unterlagen nötig sind.

Sollte es dem Rentner unmöglich sein, sich mit einem Patronat im Ausland in Verbindung zu setzen, so soll er sich an die „Südtiroler in der Welt“ wenden.
Es ist davon abzuraten, die Mitteilung über das Einkommen direkt an die jeweils zuständige INPS Stelle in Italien per Post zu schicken.
 

Rosemarie Mayer
Südtiroler in der Welt
April 2014
 
 
Ich lebe und arbeite seit etlichen Jahren in Österreich, habe aber davor viele Jahre in Südtirol gearbeitet.
Ich möchte nun gerne eine Aufstellung über die Zeiten, die ich in Südtirol gearbeitet habe und die mir für die Rente angerechnet werden. Werden mir diese Zeiten und eingezahlten Rentenbeiträge auch für später irgendwann mal für die österreichische Rente angerechnet bzw. ob ich in Italien ab Erreichen des Rentenalters um Auszahlung ansuchen.

 
Die Übersicht über die angerechneten Rentenzeiten in Italien erhalten Sie über das Patronat ALCI in Innsbruck http://www.patronato.acli.it/sedi.asp

Zeughausgasse 8 - 6020 Innsbruck
Tel: 0043 512589860
E-Mail: innsbruck@patronato.acli.it

Die Rentenzeiten im EU Ausland werden innerhalb der EU Staaten angerechnet bzw. zusammengezählt. Die Auszahlung erfolgt dann aber nicht über einen Staat, sondern jeder Staat zahlt anteilig die bei ihm erworbenen Zeiten und Gelder an den Rentner aus.

Die Rente wird in dem Land beantragt, in dem man zu Rentenantritt seinen Wohnsitz hat. Falls Sie also zu Rentenbeginn in Österreich leben, müssen Sie die italienische Rente (und alle anderen ausländischen Renten) über das österreichische Renteninstitut beantragen.

Die italienische Rente wird erst ausgezahlt, wenn auch nach italienischen Kriterien das Rentenalter erreicht wird, unabhängig vom Rentenbeginn im Wohnsitzstaat.

Allerdings wird das Ansuchen um die ital. Rente von Italien aus erst genehmigt, wenn der Antragsteller zum Antragszeitpunkt nicht erwerbstätig bzw. in keinem Arbeitsverhältnis ist. Danach kann man wieder ein Arbeitsverhältnis aufnehmen, wichtig ist nur der Zeitpunkt des Ansuchens. Das ist in anderen Ländern oft anders geregelt. Dort darf man teils auch zum Zeitpunkt des Antrags noch gering beschäftigt sein.

Wenn Sie also zwar offiziell das Rentenalter oder die notwendigen Beitragsjahre in Italien erreicht haben, aber noch einer Erwerbstätigkeit nachgehen, bekommen Sie von Italien keine Rente ausgezahlt. Erst wenn Sie nicht mehr erwerbstätig sind, kann der Rentenantrag erneut gestellt und die Rente ausgezahlt werden.

Rosemarie Mayer
Südtiroler in der Welt
05/2014
 
 
FRAGE:
Auf den Unterlagen, die mir die Citi Bank zugeschickt hat, ist mein Name nicht richtig geschrieben. Was kann ich tun?

ANTWORT:

Unser Patronat KVW/ACLI muss in diesem Fall kontrollieren, wie Ihr Name bei der INPS gespeichert ist und kann dann gegebenenfalls eine Korrektur beantragen.

Dazu werden folgende Unterlagen benötigt:
- Kopie des Anschreibens der Citi Bank mit der Angabe Ihrer Rentennummer
- Kopie eines gültigen Lichtbildausweises mit dem korrekten Namen
- Beistandsvollmacht für unser Patronat, damit es gegenüber der INPS in Ihrem Auftrag handel kann. 

Die gesamten Unterlagen können Sie uns entweder via Mail oder per Post im Original zukommen lassen:
suedtiroler-welt@kvw.org, Südtiroler in der Welt, Pfarrplatz 31, 39100 Bozen 

Rosemarie Mayer - Südtiroler in der Welt
09.01.2012
 

Frage: Ich bin Südtiroler im Ausland und nach wie vor italienischer Staatsbürger.
Was ist zu berücksichtigen, wenn ich nach Südtirol zurückkehren möchte? 

Antwort:

Folgende Auflistung kann Ihnen bei der Rückkehr helfen und aufzeigen, was zu beachten ist. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gerne erneut an uns.

Leitfaden für die Rückkehr nach Südtirol  (PDF-Download)


Änderungen und Aktualisierungen finden Sie hier


Rosemarie Mayer
Südtiroler in der Welt
Mai 2014

 
Frage:  Ich lebe im Ausland und besitze in Südtirol eine Wohnung, die ich als Zweitwohnung bzw. Ferienwohnung benutze. Die Wohnung ist also nicht vermietet. Muss ich für diese Wohnung neben der Gemeindeimmobiliensteuer noch weitere Steuern zahlen? (Einkommenssteuer IRPEF, …) betreffend die Steuererklärung für das Jahr 2013

Antwort:
Mit Abschaffung der no tax area im Jahr 2007 waren Südtiroler im Ausland für die Wohnung in Südtirol in der Regel zur Abgabe einer Steuererklärung und zur Zahlung einer Einkommenssteuer verpflichtet.
Seit dem Jahr 2012 gab es allerdings wieder eine Änderung.

Seit dem Jahr 2012 ersetzt die IMU (Gemeindeimmobiliensteuer) die Einkommenssteuer IRPEF und weitere kommunale Steuern. Sodass Immobilienbesitzer, die 2012 und 2013 IMU gezahlt haben, von der Abgabe einer Steuererklärung und der Zahlung einer Einkommenssteuer in dieser Zeit befreit sind. D.h. es sind außer der IMU keine weiteren Steuern zu zahlen.
Betreffend die Steuererklärung im Jahr 2014 bedeutet das, dass Sie für das Jahr 2013 für die entsprechende Immobilie keine IRPEF zahlen müssen.

Für das Jahr 2015, d.h. für die Steuererklärung 2014 könnte dies aber wieder anders sein, da die Kompetenz für Lokalsteuern, u.a. der IMU, in die Hand des Landes Südtirol übergegangen ist.
Derzeit wird ein neues Landesgesetz für die GIS (Gemeinde-Immobilien-Steuer, ersetzt in Südtirol die IMU) ausgearbeitet. Je nachdem, wie dieses Gesetz ausfällt, könnte im nächsten Jahr die Zahlung der IRPEF wieder nötig werden.
Informieren Sie sich deshalb unbedingt im Frühjahr 2015, ob für das Jahr 2014 eine Einkommenssteuererklärung bzgl. der Immobilie in Südtirol abzugeben ist oder nicht.
Aber Achtung: diese Regelung gilt nicht für vermietete Wohnungen:
wenn eine Wohnung vermietet ist, werden die Einkommen aus Immobilien (Mieteinnahmen) nicht durch die IMU ersetzt und es muss eine Steuererklärung gemacht werden.
 
Rosemarie Mayer
Südtiroler in der Welt
3/2014
 
 
Frage:
Ich bin Südtiroler und habe viele Jahre in Deutschland gelebt. Seit einigen Jahren bin ich wieder nach Südtirol zurückgekehrt, besitze aber noch eine Immobilie in Deutschland. Nun habe ich gehört, dass ich für diese Immobilie, für die ich ja bereits in Deutschland eine Grundsteuer bezahle, auch in Italien Steuern bezahlen soll.

ANTWORT:
Es besteht bereits seit längerem für Personen mit Ansässigkeit und steuerlichem Wohnsitz in Italien die Verpflichtung, ausländischen Immobilienbesitz sowie Vermögen im Ausland über 10.000 Euro in der Steuererklärung in Italien im Bereich RW anzugeben.
Dies gilt auch dann, wenn man keine Steuererklärung machen muss.

Seit 2011 bzw. 2012 werden diese Immobilien bzw. Vermögen auch in Italien versteuert.
Die Steuer auf Immobilien im Ausland heißt IVIE (imposta sul valore degli immobili all’estero). Der Steuersatz beträgt 0,76%. 

Immobilien innerhalb der EU
Als Berechnungsgrundlage für die ausländischen Immobilien in EU Staaten gilt die ausländische Steuergrundlage. Der Steuerzahler muss in Italien das entsprechende Dokument der ausländischen Steuergrundlage bei der Steuererklärung abgeben.
In Deutschland und Österreich z.B. wird die Immobilie der sog. Grundsteuer unterworfen. Die entsprechende Besteuerungsgrundlage wird als Einheitswert bezeichnet. Das entsprechende Dokument wird vom jeweils zuständigen Finanzamt ausgestellt.
Die im Ausland bereits bezahlte Steuer (wie die Grundsteuer in Deutschland und Österreich) wird in Italien angerechnet. Außerdem gilt, dass Beträge unter 200 Euro nicht geschuldet sind.
Beispiel:
Wert der Immobilie laut Kaufvertrag: 200.000 Euro
Einheitswert der Immobilie laut Finanzamt: 8.000 Euro
bereits bezahlte Grundsteuer im Jahr 2012: 150 Euro
In Italien bildet der Einheitswert von 8.000 Euro die Steuergrundlage, auf der die 0,76 % berechnet wird. Die im Ausland bereits bezahlte Steuer (Grundsteuer) wird angerechnet. In diesem Beispiel ist in Italien keine Immobiliensteuer geschuldet. 

Immobilien außerhalb der EU
Falls sich die Immobilie außerhalb der EU (z.B. Schweiz) befindet, ist als Steuergrundlage vom effektiven Wert der Immobilie auszugehen. Die im Ausland bereits bezahlte Steuer ist wiederum in Italien anrechenbar.
Beispiel:
Wert der Immobilie laut Kaufvertrag: 200.000 Euro
2012 im Ausland bereits bezahlte Immobiliensteuer: 300 Euro
Für die IVIE bildet der effektive Wert von 200.000 Euro die Steuergrundlage, auf die die 0,76% berechnet wird. Die im Ausland bereits gezahlte Immobiliensteuer wird davon abgezogen, sodass in Italien eine Vermögenssteuer von 1.220 Euro geschuldet ist.

Steuer auf Vermögen im Ausland:
Nach dem Grundsatz des Welteinkommens hat ein in Italien unbeschränkt Steuerpflichtiger auch die im Ausland erzielten Finanzerträge in Italien nach den hier geltenden Steuersätzen zu versteuern. Die bereits im Ausland abgezogenen Steuern werden dabei in der Regel berücksichtigt. 

Rosemarie Mayer
13/05/2013
 
FRAGE:
Unsere Tochter wohnt im Elternhaus meines Mannes in Südtirol und arbeitet dort in einem Pflegeheim. Vor kurzem wollte sie am Wettbewerb zur Besetzung einer öffentlichen Stelle als Pflegehelferin teilnehmen. Sie wurde aber nicht zugelassen, weil ihr eine gültige Bescheinigung über die Zugehörigkeit zu einer Sprachgruppe fehlte. Sie hat daraufhin sofort im September die Sprachgruppenzugehörigkeit abgegeben. Allerdings wird diese erst im März 2011 rechtskräftig. Warum muss sie jetzt so lange warten und wieso kann ein solcher „Formfehler“ so große Auswirkungen haben?


ANTWORT:
Heimatferne, die aus dem Ausland in ihre Heimat, zurück kehren, müssen innerhalb eines Jahres die Erklärung der Zugehörigkeit zu einer Sprachgruppe abgeben, sofern sie bestimmte Rechte in Anspruch nehmen wollen. Dazu gehören beispielsweise das Ansuchen um Wohnbauförderung und unter Anderem auch die Teilnahme an öffentlichen Wettbewerben.

Die Gemeinde schickt der betreffenden Person eine Aufforderung zur Abgabe der Sprachgruppenzugehörigkeitserklärung, welche auch eine Frist beinhaltet. Wird die Erklärung innerhalb diesen Zeitraums abgegeben, so ist sie sofort wirksam. Falls der Termin nicht eingehalten wird, sieht der Gesetzgeber eine Wartezeit von 18 Monaten vor und genau dies ist bei Ihrer Tochter der Fall. Die Konsequenz der nicht fristgerechten Erklärung sind für Ihre Tochter weit reichend, denn sie kann weder um einen Mietbeitrag ansuchen noch zur Zweisprachigkeitsprüfung antreten und das Wichtigste: Sie kann bei keinem Wettbewerb für eine Stelle im öffentlichen Bereich antreten. Daher ist es überaus wichtig, die Sprachgruppenzugehörigkeitserklärung unmittelbar nach Übersiedlung abzugeben. 

01.02.2010-sp
 
FRAGE:
Ich bin Südtiroler und lebe in Deutschland. Meine Frau ist Deutsche (wir haben in Deutschland geheiratet) und möchte die italienische Staatsbürgerschaft zusätzlich zur deutschen beantragen. Wir haben uns an das italienische Konsulat gewandt und auch die entsprechenden Auskünfte erhalten. Dabei ist jedoch der folgende Punkt unklar: ich muss unter anderem folgende Bescheinigung besorgen:
'estratto per riassunto dai registri di matrimonio rilasciato dal Comune italiano presso il quale è stato trascritto l'atto certificato di cittadinanza' . Können Sie mir sagen, um was es sich dabei genau handelt und wo ich diese Bescheinigung besorgen kann?


ANTWORT:
Grundsätzlich kann Ihre Frau die italienische Staatsbürgerschaft beantragen, wenn sie seit mindestens drei Jahren mit einem italienischen Staatsbürger verheiratet ist. 

Ihre Heirat muss aber auch in Südtirol in Ihrer ehemaligen Wohnsitzgemeinde eingetragen worden sein – entweder durch eine Mitteilung Ihrerseits über das Konsulat oder eine Mitteilung direkt an die Gemeinde. Wenn Sie dies ordnungsgemäß gemacht haben, ist Ihre Heirat auch in Ihrer Heimatgemeinde „vollzogen“ und eingetragen. Diese Bescheinigung über die Eintragung in der Südtiroler Gemeinde benötigt das Konsulat. Sie bekommen Sie in Ihrer Heimatgemeinde in Südtirol. 

Sollte die Meldung nicht gemacht worden sein und Ihre Heimatgemeinde nicht über Ihre Heirat informiert worden sein, so müssen Sie dies unbedingt nachholen. Erst dann kann Ihre Frau die italienische Staatsbürgerschaft erhalten. Ebenso sind Scheidungen in der Südtiroler Heimatgemeinde zu melden. 

05.01.2010-rm
 
Können Sie mir mitteilen, ob das Landesgesetz Nr. 13 vom 5.11.2001, das eine Erstattung in der Höhe von bis zu 50% der Kosten für die Überführung von Heimatfernen vorsieht, noch Gültigkeit hat. Mein Bruder ist in Österreich verstorben. Sein innigster Wunsch war es, in Südtirol beerdigt zu werden. Die Überführung habe ich bereits veranlasst.
Gibt es hierfür Antragsformulare und wo bekomme ich diese?

Es war relativ schwierig, meinen Bruder nach Südtirol überführen zu lassen bzw. einen Ort in Südtirol zu finden, in dem er beerdigt werden kann. Auf den Friedhof seiner ehemaligen Wohnsitzgemeinde in Südtirol, in der er in der AIRE Liste eingetragen ist, konnte er nicht überführt werden, da diesem Ansuchen nicht stattgegeben wurde. Hat man als Südtiroler im Ausland keinen Anspruch in Südtirol beerdigt zu werden? 

Landesbeitrag:
Das von Ihnen zitierte Landesgesetz – Heimatfernengesetz - hat nach wie vor seine Gültigkeit.
Wenn ein/e Südtiroler Heimatferne/r im Ausland stirbt, können Angehörige bis zum dritten Verwandtschaftsgrad um teilweise Erstattung der Spesen für die Überführung ansuchen.
Die Kosten werden im Ausmaß von bis zu 50 % rückerstattet, wobei der Höchstbetrag von 2.600 Euro nicht überschritten werden kann.

Das Ansuchen ist innerhalb von 2 Jahren bis jeweils 31. März beim Amt für Kabinettsangelegenheiten einzureichen.
DieAntragsformulare schicken wir Ihnen gerne auch per Post zu.
Wir sind Ihnen beim Abfassen des Ansuchens behilflich und leiten es für Sie an das Amt weiter.

In den Antragsformularen bestätigen Sie unter anderem:
- den ursprünglichen Wohnsitz des Verstorbenen in Südtirol
- Die Anschrift des letzten Aufenthaltsortes im Ausland
- Die Dauer des Auslandsaufenthaltes aus Arbeitsgründen
- Die Zusammensetzung der Familiengemeinschaft
- Die im Ausland ausgeübte Tätigkeit
- Dass die in diesem Gesetz vorgesehenen Vergütungen noch nie beansprucht wurden

Außer diesen Formularen sind nötig:
- Eine unterschriebene Kopie Ihres Ausweises
- Stempelmarke zu 14,62 Euro
- Totenschein
- Kopie des Leichenpasses
- Quittierte Originalrechnung des Beerdigungsinstitutes für die Überführung 

Überführung nach Südtirol
Es kann durchaus zu Problemen kommen, den Verstorbenen in seine ehemalige Wohnsitzgemeinde überführen zu lassen, da jede Gemeinde eine eigene Friedhofsordnung hat und Südtiroler, die ihren Hauptwohnsitz im Ausland haben, nicht automatisch ein Anrecht auf eine Grabstätte in Südtirol haben.
Wichtig ist, dass man sich vor einer möglichen Überführung über die entsprechende Friedhofsordnung informiert und sich gegebenenfalls mit der Friedhofskommission des jeweiligen Ortes in Verbindung setzt. 

Hinterbliebenenrente
Sollte Ihr Bruder eine italienische Rente erhalten, so informieren Sie uns darüber sofort telefonisch oder via mail: 0039 0471 309176 bzw. suedtiroler-welt@kvw.org.

Folgende Daten sind nötig:
Vor- und Nachname des Verstorbenen, Geburtsort und –datum, italienische Steuernummer, Rentennummer, Todesdatum.
Sobald Sie den Totenschein haben, schicken Sie diesen zusammen mit den vorher genannten Daten und einer Beistandsvollmacht mit den Daten des Hinterbliebenen in zweifacher Ausfertigung ebenfalls an uns. Diese Beistandsvollmacht erhalten Sie nach Anfrage beim Büro der Südtiroler in der Welt und ist nötig, damit unser Patronat Ihr Ansuchen gegenüber der INPS vertreten kann.
Das Patronat leitet die Meldung vom Tod des Renteninhabers an die INPS weiter.

Sollte der Verstorbene Hinterbliebene mit Anspruch auf Hinterbliebenenrente haben (Ehefrau, Kinder), so ist der Antrag (auch für die italienische Rente) beim Rentenversicherungsinstitut des jeweiligen Wohnsitzlandes zu machen.

Rosemarie Mayer
Südtiroler in der Welt



 

FRAGE:
Gibt es einen Landesbeitrag für den Erwerb einer Wohnung oder eines Hauses in Südtirol, wenn ich als Heimatferner nach Südtirol zurückkehre?


ANTWORT:
Grundsätzlich besteht auch für Südtiroler Heimatferne bzw. für Rücksiedler die Möglichkeit einen Landesbeitrag für den Kauf einer Wohnung oder eines Hauses zu bekommen. Südtiroler in der Welt müssen dazu vor ihrer Auswanderung mindestens 5 Jahre in Südtirol ansässig gewesen sein und sich verpflichten, innerhalb von 3 Jahren ab Gewährung des Beitrags wieder in der Provinz ansässig zu werden.
Desweiteren hängt die Gewährung eines Beitrags von Ihren speziellen Besitz- und Vermögensverhältnissen ab. 

Auskunft darüber erhalten Sie beim
Amt für Wohnbauförderung
Duca-d'Aosta-Allee 59
39100 Bozen
Tel. (0039) 0471 415620
Fax (0039) 0471 415665
www.provinz.bz.it/wohnungsbau

12.05.2010

 
Frage:
Ich habe in Österreich studiert und beginne im Herbst 2013 auch in Österreich zu arbeiten.
Bisher hatte ich meinen Wohnsitz in Südtirol. Ich habe gehört, dass ich dies nach dem Studium ändern muss, sollte ich im Ausland bleiben.
Ist es wichtig, dass ich den Wohnsitz gleich ändere? 

Antwort:
Sollten Sie nach dem Studium Ihren Lebensmittelpunkt im Ausland lassen, d.h. dort arbeiten und leben, so sind Sie verpflichtet, Ihren (Haupt)Wohnsitz ins Ausland in Ihre dortige Wohnsitzadresse zu verlegen - sofern Sie vorhaben, länger als ein Jahr im Ausland zu bleiben. 

Sie müssen dazu eine Meldung beim zuständigen italienischen Konsulat im Ausland machen. Diese Wohnsitzänderung wird über das Innenministerium an Ihre Heimatgemeinde in Südtirol übermittelt, die Sie von der Liste der ansässigen Bevölkerung in die Liste der im Ausland lebenden Bevölkerung umträgt. 

Relevant ist der genaue Termin der Wohnsitzänderung für die Steuerbehörden.
Denn dort wo Sie über die Hälfte des Jahres (183 Tage) Ihren Lebensmittelpunkt bzw. Ihren gemeldeten Wohnsitz haben, dort sind Sie unbeschränkt steuerpflichtig. Verlegen Sie also den Wohnsitz erst in der 2. Jahreshälfte 2013 nach Österreich, so ist für das gesamte Jahr 2013 Italien ihr steuerlicher Wohnsitz und Sie sind in Italien unbeschränkt steuerpflichtig. D.h. dass Sie in Italien eine Steuererklärung auch für die ausländischen Einkünfte (Lohn sowie ausländisches Vermögen über 10.000 Euro, Immobilien im Ausland) machen müssen. Die im Ausland bereits abgezogenen Steuern werden dabei aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Italien und Österreich berücksichtigt. 

Die Wohnsitzverlegung ins Ausland hat neben dem steuerlichen Aspekt auch Konsequenzen auf andere Bereiche: Führerschein unterliegt den Gesetzmäßigkeiten des neuen Wohnsitzstaates, Autozulassung im Ausland nötig, Krankenversicherung muss im Ausland beantragt werden, bei Landtags- und Parlamentswahlen in Italien ist die Briefwahl möglich, Änderungen des Wohnsitzes und des Familienstandes (Heirat, Kinder,…) sind dem zuständigen italienischen Konsulat mitzuteilen.

Rosemarie Mayer
Südtiroler in der Welt

 
FRAGE:
Im Juni möchten wir eine kleine Wohnung in Südtirol kaufen. Würde es von Vorteil sein, die Wohnung als “Einheimische” nur in meinem Namen zu kaufen?
 

ANTWORT:
Bezüglich der Wohnung kann es vorteilhaft sein, sie als Südtirolerin zu kaufen, da dadurch die Möglichkeit besteht, dass Sie als Südtiroler im Ausland Landesförderungen bekommen.
Dies ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden, unter Anderem müssen Sie als Heimatferner vor der Auswanderung mindestens 5 Jahre lang im Land (Südtirol) ansässig gewesen sein und sich verpflichten, innerhalb von 3 Jahren ab Gewährung des Beitrags neuerdings in der Provinz Bozen ansässig zu werden. 

Weitere Informationen erhalten Sie beim
Amt für Wohnbauförderung
Duca-d'Aosta-Allee 59
39100 Bozen
Tel. (0039) 0471 415620
Fax (0039)0471 415665
www.provinz.bz.it/wohnungsbau 

12.05.2010