2
0
1
2
 
 
KVW Startseite · Südtiroler in der Welt · Archiv · Bergerlebnis zu Pfingsten

Bergerlebnis zu Pfingsten

 

Jugendcamp in Landro

Gipfelglück am PaternkofelGipfelglück am Paternkofel Wilkommen im AVS-Bergheim Landro bei Toblach Schon beim Frühstück freuen wir uns auf den Tagesablauf. Gratwanderung Wandern im Nebel vor den drei Zinnen da waren wir... Gleich geht's tief hinunter! Abseilen im Nebel nur fliegen ist schöner... Wir machen auch mal Pause... in den Stollen... im Stollen im Berg und glücklich :-) Ausguck aus den Stollen In der Hütte war's gemütlich! Bergführer mit Gitarre abendliches Lagerfeuer AVS Bergführer Josef Hilpold schürt das Lagerfeuer zum Abschluss in die "wetterfeste" KletterhalleGipfelglück am Paternkofel Wilkommen im AVS-Bergheim Landro bei Toblach Schon beim Frühstück freuen wir uns auf den Tagesablauf. Gratwanderung Wandern im Nebel vor den drei Zinnen da waren wir... Gleich geht's tief hinunter! Abseilen im Nebel nur fliegen ist schöner... Wir machen auch mal Pause... in den Stollen... im Stollen im Berg und glücklich :-) Ausguck aus den Stollen In der Hütte war's gemütlich! Bergführer mit Gitarre abendliches Lagerfeuer AVS Bergführer Josef Hilpold schürt das Lagerfeuer zum Abschluss in die "wetterfeste" Kletterhalle
16 junge „Heimatferne der zweiten Generation“ trafen sich zu Pfingsten im AVS-Bergheim Landro bei Toblach zu einem unvergesslichen Erlebnis in den Bergen der Heimat ihrer Eltern.
Zwei Teilnehmer berichten:
Am Freitagabend kommen wir hochmotiviert im Bergheim des Alpenvereins Südtirol (AVS) in Landro bei Toblach an. Es begrüßen uns begeistert viele bekannte Gesichter aus vergangenen Skifreizeiten, Sprach- und Kletterreisen. Außer von unserem Bergführer Josef Hilpold und dem AVS Jugendführer Lukas Patzleiner, werden wir auch von Georg Daverda vom Vorstand der „Südtiroler in der Welt“ begrüßt. Als erstes kulinarisches Highlight werden wir mit herrlichen selbstgemachten Knödeln (vielen Dank an Familie Patzleiner!) verwöhnt. Bei lustigen Kennenlernspielen kommen viele schöne alte Erinnerungen wieder und die Gruppe wächst schnell zusammen. Die Wettervorhersage ist für die gesamten 3 Tage eher regnerisch und feucht aber dafür ist die Planung sehr abwechslungsreich und aufregend. 

Am Samstag ist das Wetter wie erwartet feucht. Daher hat der AVS eine Tunneltour (auch feucht aber regegeschützt) durch alte Stollen aus dem 1. Weltkrieg organisiert. Mit dem AVS-Bus düsen wir hoch auf den Berg und weiter mit der Seilbahn auf weit über 2000m. Wenige Meter hinter der Seilbahnstation befindet sich auch schon der Eingang in die Tunnelanlage, die uns gleich tief in den Berg führen wird. Nun liegen weit etwa 2 Kilometer Stollen, Räume und Abzweigungen vor uns. Stirnlampen leuchten uns den Weg durch das Dunkel. Was hier für uns mit viel Abenteuerlust begangen und erkundet wird, dem geht eine unvorstellbare Geschichte im Ersten Weltkrieg voraus. Es handelt sich um Kriegsbauten der Italienischen Armee, die auf diesen Bergen den Österreichern teilweise nur wenige Meter gegenüber standen. Am Ende des Tunnels erscheint in der Wand ein personengrosses Loch, dahinter geht es 60 Meter in die Tiefe. Vielen stockt der Atem, als unsere erfahrenen Bergführer anbieten, jeden einzelnen am Seil diese 60 Meter auf eine Plattform abzuseilen, von der aus wir weitergehen werden. Diese Plattform ist jedoch nicht zu sehen, sie wird vom Nebel verschluckt. Es ist eine Erfahrung, die ich so noch nicht gemacht habe, als ich mit Klettergurt und Seil gesichert aus dem Loch am Ende des Tunnels steige und im Überhang hänge, in dichtem weißen Nebel mit unbekanntem Ziel und 60 Meter ins Nichts abgeseilt werde. Unten angekommen ergibt sich das kuriose Bild, als würden die übrigen Teilnehmer, die sich abseilen, wie Spinnen aus dem weißen Nichts kommen. Nach einem weiteren einstündigen Abstieg am Berg kehren wir zu unserer Hütte zurück. Zum Abendessen kochen wir gemeinsam Pasta und bekommen Besuch: Ein gelernter Hufschmied aus Toblach erzählt uns die spannenden geschichtlichen Hintergründe zu den Stollen aus dem ersten Weltkrieg und der Umgebung um Toblach. 

Das Wetter bleibt am Sonntag ist unverändert. Trotzdem wollen wir uns eine Wanderung auf den Paternkofel inkl. Klettersteig auf keinen Fall nehmen lassen. Wieder wandern wir im dichten Nebel los, bis wir den Einstieg des Klettersteiges erreichen. Auch hier haben wir einzelne Wegabschnitte, auf denen wir nur einem steilen Abhang folgen, dessen Ende sich im dichten Nebel verliert. Wieder starten wir in einem Tunnel. Im Folgenden überqueren wir, mit Klettergurt, Helm und Seil gesichert, einige Schneefelder, gehen an der Bergflanke entlang und erreichen nach gut zwei Stunden den Gipfel. Genau in diesem Moment lichtet sich der Nebel und wir haben einen malerischen und unbeschreiblich schönen Blick auf die drei Zinnen. Der Abstieg erfolgt auf dem gleichen Weg. Zwischendurch entdecken wir, dass unser Seil auch noch für andere Zwecke gebraucht werden kann. Wir werden gesichert und rutschen ein Schneefeld hinab, bis uns das Seil nach 60m auffängt.
Nach dem Abendessen wird trotz feuchtem Holz ein Lagerfeuer entfacht. Wir haben Glück, das Wetter wird besser und bleibt den ganzen Abend gut. Die Gruppe sitzt lange singend ums Lagerfeuer und genießt das Beisammensein. 

Am Pfingstmontag, unserem letzten Tag, geht es nach Frühstück und dem gemeinsamen Aufräumen der Hütte zur Kletterhalle in Toblach. Hier werden die Erlebnisse noch einmal lebendig, bevor sich alle wieder nach einem wunderschönen und aufregenden Pfingstwochenende in der Heimat der Eltern, mit vielen bleibenden Eindrücken und tollen Menschen auf den Heimweg begeben. Der AVS und die Arbeitsstelle für Südtiroler in der Welt haben wieder mal ein überragendes Treffen organisiert.
Karl-Heinz Weißer und Florian Sojka