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Herbert Schatzer, KVW
Filomena Sattler
Erich Achmüller
Bürgermeister Andreas Colli
Clown Kurt, Martin Depian (l) und Paola Goller
Martha Stocker im Gespräch mit Sachsa Rinner
Landesrätin Martha Stocker

Treffen in der Heimat KVW Ortsgruppe Seis lud ein

S├╝dtiroler Heimatferne verbringen gemeinsamen Tag in Seis am Schlern

Über 250 ausgewanderte Südtirolerinnen und Südtiroler haben am Sommertreffen in Seis am Schlern teilgenommen. Einige legen ihren Sommerurlaub so, dass sie am Treffen teilnehmen können, andere sind zufällig gerade im Land und kommen vorbei und wieder andere reisen für diesen Tag mit dem Bus aus dem benachbarten Ausland, vor allem aus Nordtirol an. Im Mittelpunkt des Treffens steht die Gemeinschaft, Unterhaltung, Austausch und wieder ein Stück des Landes Südtirol kennen zu lernen.

Die KVW Ortsgruppe Seis mit der Ortsvorsitzenden Annemarie Lang Schenk hat das heurige Sommertreffen organisiert. Bei herrlichem Wetter trafen sich die 250 ausgewanderte Südtiroler zur heiligen Messe mit Pfarrer Florian Kerschbaumer in der Pfarrkirche und anschließend zum Mittagessen und geselligem Beisammensein im Kulturhaus.

Erich Achmüller, Vorsitzender des Vereins der Südtiroler in der Welt, hieß die Landsleute aus nah und fern willkommen. Bürgermeister Andreas Colli stellte die gastgebende Gemeinde Kastelruth vor: „Unsere Gemeinde Kastelruth besteht aus dem Dorf Kastelruth und elf Fraktionen, die größte davon mit gut 2000 Einwohnern ist Seis, wo sie sich heute befinden“.

Die Veranstaltung wurde vom Kastelruther Viergesang und einer Blasmusikgruppe musikalisch umrahmt. Die Mundartdichterin Filomena Sattler hat eigens für das Sommertreffen ein Gedicht über die „Hoamat“ verfasst und vorgetragen.

Am Nachmittag konnten die angereisten Heimatfernen auf die Seiser Alm fahren, eine Führung durchs Dorf Kastelruth mitmachen oder die Malenger Mühle in Seis besichtigen.


 
Gedicht für das Heimatfernentreffen in Seis
HOAMET
 
Hoamet, des isch gonz a bsunderes Wort,
Hoamet, des isch koan gewöhnlicher Ort.
Jatz losst ins mitnond af die Spurnsuache giahn,
um Hoamet und Fernsein a wia zu verstiahn.
Ba Hoamet, do denksch an die Kinderzeit –
für monche nou nunet, für ondre schun weit.
Jo, bsinnsch di nou af deine Volksschualkollegn?
An Ewigkeit schun hosch dei nimmer gsegn.
Kerschn steahln, vor sie nou reif gwesn sein,
Schi fohrn und Fuaßboll spieln mit dein’ Verein.
Des wor a Hetz und a Gaudi mitnond –
Wurscht, weg’nen Loch in dein guatn Gewond.
A Stickl Derhoam, sel isch inser Dialekt.
Do heart men sogor, welches Tol do drin steckt!
A bsunderes Gfühl isch, so stell i mir vor,
der Blick afn Schlearn noch an etliche Johr.
Drei Zinnen und Ortler ghearn a do derzua,
die wunderschian’ Berge – mir hobm’sa genua.
Es Essn schmeckt a ninderscht gleich as wia do,
a Tirtl und a Schittlbroat gangn mir o.
Stiahn nor no a Paschta und Knedl afn Tisch,
nor isch es gewiss, dass in Südtirol bisch.
Die Epfl und Rebm und es Trochtngewond,
sou vieles isch typisch fir inser kloans Lond.
Der Dorftrotsch werd ollerdings a gearn gepfleg.
Es isch net zu glabm, wos die Leit olls aufreg!
Und isch es ba ins do a nou sovl schian,
’s gib olm Leit, dei decht in an onders Lond giahn.
Die Gründe sein viele, i brauch sie net nennen,
a jeder von enk werd an oagenen kennen.
In Auslond folln ondere Sochn oan au,
wia zum Beispiel an I af der Targa drau.
Ben Fohrn af a Bergstroß’, wenn dauernd muasch scholtn,
do sigsch di af oanmol in Prod oder Woltn.
In Amerika entn, do denksch du dir: „Nex!“
Do findsch du in Gschäft insre Loaker-Keks.
Für a Hoamet reicht des ober freilich net aus,
sel mochn erscht Leit, dei du gearn hosch, do draus.
Vielleicht a dein Hund, dear von weitn di graißt
und – kaum sprerrsch di Tir au – voll Freid derhearschiaßt.
Hosch epper koan Hund, nor geahsch in die Natur,
a dei isch für jedn Mensch a Kroftquelle pur.
Drum isch es gonz gleich, wo es Lebm di hinstellt –
derhoam konn men überoll sein af der Welt.
Es sein deine Wurzlen, dei Holt gebm für’s Lebm,
und Südtiroler Wurzlen, mei Liaber, dei hebm!
 
Filomena Sattler Gamper