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Sozialpolitik muss sich an Bedürftigkeit und Gerechtigkeit orientieren

Nicht alle Risiken lassen sich durch Vorsorge decken, es braucht auch die F├╝rsorge

Ziel der Sozialpolitik muss es sein, dass niemand, der bedürftig ist, durch den Rost fällt. Dies ist nicht nur durch die Vorsorge möglich, es braucht auch eine starke Fürsorge. Deshalb fordert der KVW eine Grundsicherung, die all jene Fälle auffängt, die eine geringe oder gar keine Rente erhalten.
 
In den vergangenen Wochen war immer wieder von einer Erhöhung der Mindestrenten die Rede. Gerade in Zeiten des Wahlkampfes wird sie von politischer Seite gefordert.
Der Katholische Verband der Werktätigen (KVW) hat sich den Forderungen nach einer allgemeinen Erhöhung der Mindestrenten nie angeschlossen. „Wir sind der Meinung, dass hier Äpfel und Birnen leichtfertig durcheinandergemischt werden, um die Wähler zu täuschen“, erklärt KVW Landesvorsitzender Werner Steiner. Die Rente ist Teil der persönlichen Vorsorge und wird durch die eingezahlten Beiträge finanziert. Die beitragsbezogene Rentenberechnung sieht keine garantierte Mindesthöhe der Renten vor, die Höhe der Rente wird allein durch die Höhe der eingezahlten Beiträge errechnet.
Würde der Staat hier eingreifen und für einige Personen Geld für ihre Rente ausgeben, wäre dies allen anderen gegenüber nicht gerecht. Es wäre vor allem jenen gegenüber ungerecht, die überhaupt keine Renten bekommen werden, gibt der KVW zu bedenken. Oder jenen gegenüber die aus eigener Kraft mit ihren Einzahlungen gerade auf diese Summe kommen.
KVW Landesvorsitzender Werner Steiner sieht es als Aufgabe eines Sozialverbandes, die Menschen dafür zu sensibilisieren und darüber zu informieren, wie sie zu einer Rente kommen. „Es würde die Einzahlungsmoral nicht heben, wenn die Rente eh aufgestockt würde, egal, ob ich mich um eine Rentenabsicherung bemühe oder nicht“, findet Steiner.
 
Wo der Einsatz der Politik sehr wohl gefragt ist, ist im Fürsorgebereich. „Wir wissen, dass im teuren Südtirol es für viele Menschen mit niedrigem Einkommen und für kinderreiche Familien schwierig ist, über die Runden zu kommen“, sagt Steiner. Hier braucht es eine Fürsorgemaßnahmen, die jenen Menschen zugestanden werden, die das Lebensnotwendige nicht selbst aufbringen können. Es darf nicht als Schande gesehen werden, um Fürsorge anzusuchen. Eine soziale Politik muss immer jene Menschen im Blick haben, die es nicht aus eigener Kraft schaffen. Ihnen zu helfen ist Aufgabe einer gerechten, weitsichtigen Politik. Dort wird das Geld gezielt eingesetzt.
„Wir als KVW informieren entsprechend und klären Menschen darüber auf, dass die Fürsorgemaßnahmen kein Almosen sind, sondern jedem Bedürftigen zustehen um ihm ein Leben in Würde zu ermöglichen“, sagt Werner Steiner.