Vorstand der Arbeitsstelle für Südtiroler in der WeltEhrengäste: Veit Wenter, Barbara Barbato, Werner Atz und Konrad PeerVorsitzender Erich Achmüller und Sabine PetrifferMartha Stocker und Walter ObwexerWalter Obwexer
Vorstand der Arbeitsstelle für Südtiroler in der WeltEhrengäste: Veit Wenter, Barbara Barbato, Werner Atz und Konrad PeerVorsitzender Erich Achmüller und Sabine PetrifferMartha Stocker und Walter ObwexerWalter Obwexer
Um Südtirol zwischen Selbstbestimmung und Europaregion ging es im Referat von Universitätsprofessor Walter Obwexer anlässlich der Vollversammlung der Südtiroler in der Welt. 42 offizielle Vertreterinnen und Vertreter von Südtiroler-Vereinen im Ausland halten sich dieses Wochenende in Bozen auf. Am Samstag trafen sie sich im Kolpinghaus zur Vollversammlung der Arbeitsstelle für Südtiroler Heimatferne.
Nach dem Paketabschluss und der Streitbeilegung (1992), dem Rahmenabkommen zwischen Österreich und Italien zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit (1993) und dem EU-Beitritt Österreichs (1995) kam es zu einer Neuausrichtung der Politik in Südtirol, analysierte Walter Obwexer, Europa- und Völkerrechtler und Professor an der Universität in Innsbruck. Hauptziele der Politik waren der Ausbau der Autonomie (dynamische Autonomie) und eine Intensivierung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit als Europaregion Tirol. Gleichzeitig ist die Selbstbestimmung etwas in den Hintergrund getreten.
Im nachmittäglichen Teil der Vollversammlung der Arbeitsstelle für „Südtiroler in der Welt“ ging es vor allem um diese beiden Themen: Europaregion Tirol und die Selbstbestimmung für Südtirol.
Im EU-Kontext ist für Südtirol wohl nur die innere Selbstbestimmung möglich, also der Ausbau der Autonomie, analysierte Walter Obwexer. Die externe Selbstbestimmung als Recht auf Sezession scheide aus. Grundsätzlich habe die territoriale Integrität eines bestehenden Staates Vorrag, erklärte Obwexer. Es gebe nur die Ausnahme, „wenn schwere Diskriminierungen, gravierende Menschenrechtsverletzungen oder eine Bedrohung der Existenz eines Volkes vorliegen“. Und dies treffe für Südtirol „Gott sei Dank nicht zu“, waren sich wohl alle Zuhörer einig.
Hingegen sieht Obwexer, der aus Villnöss stammt, für Südtirol gute Chancen in der Zusammenarbeit als Europaregion Tirol. Geschehe dies als EVTZ, also als Europäischer Verbund Territorialer Zusammenarbeit, so handelt es sich dabei um eine EU-Verordnung, die unmittelbar gilt und von den Mitgliedsstaaten nicht ratifiziert werden muss. Im Unterschied dazu habe sich gezeigt, dass das Schaffen einer Europaregion Tirol auf Basis der Madrider Konvention viel schwieriger sei, da es dafür die innerstaatliche Genehmigung braucht.
Neben Walter Obwexer konnte der Vorsitzende der Arbeitsstelle für Südtiroler in der Welt, Erich Achmüller, auch die Vizepräsidentin der Region, Martha Stocker, KVW Landesvorsitzenden Konrad Peer und Barbara Barbato vom Amt für Kabinettsangelegenheiten auf der Vollversammlung begrüßen. Martha Stocker erklärte, dass es für Südtirol gelte, die Chancen zu nutzen, die Europa biete, vor allem die Möglichkeiten, die die Regionen erhalten.
Die Vereinsvertreterinnen und –vertreter aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein trafen sich bereits am Vormittag zu einer internen Versammlung. Dabei wurden der Tätigkeitsbericht und die Bilanz genehmigt. Erich Achmüller stellte das Programm für 2011 vor, das wieder zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen für Wanderfreudige, Kulturinteressierte und natürlich für Auswanderer der zweiten und dritten Generation vorsieht.