Tagung KVW: Senioren leisten und brauchen Freiwilligenarbeit
Aus allen Südtiroler Bezirken kamen die Leiter/innen der Seniorenklubs am heutigen Samstag (2. April 2011) zur Tagung der KVW Dienststelle Altenarbeit nach Bozen. Das Motto der diesjahrigen Tagung im Pastoralzentrum war „Senioren brauchen und leisten Freiwilligenarbeit“.
In den KVW Seniorenklubs im ganzen Land arbeiten rund 600 Ehrenamtliche und Freiwillige. Im Jahr 2010 wurden ca. 47.800 Stunden ehrenamtlich in den KVW Klubs erbracht. Diese Arbeit kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, und wie es Dr. Karin Hofer in ihrem Referat sagte, braucht unsere Gesellschaft eine „Kultur der Anerkennung“. Auch deshalb lud die KVW Dienststelle für Altenarbeit heuer wieder zur Tagung nach Bozen und berichtete über ihre bunte und vielfältige Tätigkeit im abgelaufenen Jahr. Auch soll die Tagung ein Impuls sein, sich ehrenamtlich zu betätigen, sagte die Vorsitzende des Arbeitskreises Altenarbeit im KVW, Elisabeth Lantschner zur Eröffnung der Veranstaltung. Durch das heurige europäische Jahr der Freiwilligenarbeit erhofft sich Lantschner insgesamt eine Aufwertung des Ehrenamtes.
Tagung "Senioren brauchen und leisten Freiwilligenarbeit"Aus allen Teilen des Landes kamen die SeniorenklubleiterInnenElisabeth Lantschner, Vorsitzende des Arbeitskreises AltenarbeitVorne v.l.: Maria Kußtatscher, Otto von Dellemann, Martha Stocker, Johannes NoisterniggDr. Paul Zingerle stellte die Dienststelle Altenarbeit im KVW vorDr. Karin HoferDie Clowns aus Barbian, Tres & TittiEhrenamt macht Spaß! Tres brachte eine "Zeitbank"Spaß, Freude, Anerkennung und vieles mehr bedeutet Freiwilligenarbeit
Tagung "Senioren brauchen und leisten Freiwilligenarbeit"Aus allen Teilen des Landes kamen die SeniorenklubleiterInnenElisabeth Lantschner, Vorsitzende des Arbeitskreises AltenarbeitVorne v.l.: Maria Kußtatscher, Otto von Dellemann, Martha Stocker, Johannes NoisterniggDr. Paul Zingerle stellte die Dienststelle Altenarbeit im KVW vorDr. Karin HoferDie Clowns aus Barbian, Tres & TittiEhrenamt macht Spaß! Tres brachte eine "Zeitbank"Spaß, Freude, Anerkennung und vieles mehr bedeutet Freiwilligenarbeit
Sie konnte als Ehrengäste Regionalassessorin Dr. Matha Stocker, Amtsdirektor Dr. Luca Critelli, Otto von Dellemann (SVP-Senioren), Johannes Noisternigg (Seniorenseelsorger des Landes), Norbert Bertignoll (Präsident des Verbandes der Seniorenwohnheime) sowie Maria Kusstatscher (stellv. Landesvorsitzende des KVW) begrüßen. KVW Geschäftsführer Werner Atz führte als Moderator durch die Veranstaltung.
Dr. Paul Zingerle (Arbeitskreis Altenarbeit) stellte im ersten Teil die Dienststelle Altenarbeit des KVW vor. Er wies auf die Kürzungen im Landeshaushalt hin und machte klar, dass in Zukunft auch finanzielle Eigenbeiträge notwendiger werden. Er sieht Senioren auch als Werbeträger und Bildungsvermittler und nannte zum Beispiel die neue Initiative „Museum 60+“. Es wird zudem die Idee verfolgt, die Seniorenklubs offener zu gestalten, deshalb wurden zur Bedarfserhebung in der Pause Fragebögen an die Tagungsteilnehmer/innen ausgeteilt.
Julius Ossanna, Seniorenklubleiter aus Auer, berichtete von der vielfältigen Tätigkeit seines vorbildlichen Klubs. Maria Grunser Holzer (Seniorenklubleiterin Pfalzen) schilderte ihre fruchtbaren Erfahrungen, die sie durch die Teilnahme am Ausbildungskurs für Klubleiter/innen machte. Theresia Schwarz Epp aus Marling berichtete über das Projekt „Schreibwerkstatt“, durch welches auf kreative Art und Weise Erinnerungen und Geschichten niedergeschrieben werden. Die „Lebensgeschichten“ wurden in Buchform erfolgreich veröffentlicht.
Das Referat von Dr. Karin Hofer, Verantwortliche für die Rehabilitation in der Pitsch Stiftung (Meran), machte vor allem deutlich, dass Senioren gebraucht werden. Dr. Luca Critelli (Amt für Senioren und Sozialsprengel) unterstrich dies indem er sagte, dass die Anzahl der für andere erbrachte Stunden von älteren Menschen größer ist, als die Angenommenen. „Nicht so viele, wie weitläufig verbreitet wird, brauchen Hilfe“, verdeutlicht Critelli. „Senioren sind positive Menschen“, sagte Johannes Noisternigg in seinen Grußworten. „Sie sind bunt und vielfältig“, weis Karin Hofer zu berichten. Sie untersuchte in ihrer Diplomarbeit das Freiwilligenmanagement in den Seniorenwohnheimen in Südtiol. Sie stellte fest, dass Ressourcen und Bedarf an Freiwilligenarbeit vorhanden ist. Doch gibt es verschiedene Hemmschwellen bzw. Ängste, sowohl von Seiten der Strukturen als auch von Freiwilligen. „Es braucht eine Motivation zur Veränderung und den Willen mit Freiwilligen zusammenzuarbeiten“, sagt Hofer in Bezug auf die Situation in den Seniorenwohnheimen. Helfen ist etwas Positives. Die Freiwilligen profitieren davon gebraucht zu werden, führt Hofer weiter aus. „Die Freiwilligen brauchen aber eine sinnvolle Tätigkeit und es braucht eine Kultur der Anerkennung“, verdeutlicht die junge Referentin. In Ihrer motivierenden Rede sagte sie, dass Freiwilligenarbeit gefördert werden muss und bürokratische Hürden überwunden werden müssen. Sie gab Visionen für Integration und wies auf die Trennung der Generationen hin.
Abschließend erläuterte Dr. Elisabeth Spergser (Leiterin des Amtes für Kabinettsangelegenheiten) den „Freiwilligen Sozialdienst“: Dieser kann von allen Erwachsenen ab 28 Jahre (EU-Bürger) geleistet werden. Der Dienst kann für 8, 16 oder 24 Monate erbracht werden, im Ausmaß von 20, 30 oder 40 Stunden pro Woche. Der Sozialdienst kann bei gemeinnützigen Organisationen erbracht werden und wird mit 360 Euro (bei 20 Stunden), 400 Euro (bei 30 Stunden) oder 450 Euro (bei 40 Stunden) rückvergütet. Nähre Informationen erteilt das zuständige Landesamt.
2012 steht das Europäische Jahr im Zeichen des „aktiven Alterns“. Auch dies ist ein Hinweis für „Anerkennung“ die älteren Menschen entgegengebracht wird und unterstreicht die bunte und vielfältige Aktivität der Seniorenarbeit in Tanz, Gymnastik, Theater, Gedächtnistrainings u.v.m