KVW stellt neues Jahresthema vor – in Südtirol braucht es eine Wende
Der Katholische Verband der Werktätigen (KVW) sieht es als eine seiner Hauptaufgaben, darauf zu achten, dass das Soziale nicht an den Rand gedrängt wird. „Gerade in Zeiten wie diesen, wenn der Landeshaushalt schrumpft, müssen wir genau hinsehen, wo gespart wird“, erklärte KVW Landesvorsitzender Konrad Peer anlässlich der Vorstellung des neuen Jahresthemas.
Der größte Soziaverband des Landes hat sein neues Arbeitsjahr unter das Motto „Besser statt mehr. Zukunft Südtirol“ gestellt. Als Anlass zu diesem Thema nannte der geistliche Assistent Josef Stricker die Regierungserklärung von Landeshauptmann Luis Durnwalder im Dezember 2008. Er sprach nämlich von einer Wende in der Landespolitik, der Mensch müsse in den Mittelpunkt gestellt werden. Weiters sprach Durnwalder davon, dass die Hardware vorhanden sei, Südtirol stehe in diesem Bereich gut da, jetzt müsse an der Software gearbeitet werden. „Der KVW unterstützt diese angekündigte Wende“, erklärte Josef Stricker, jedoch sei bis jetzt nicht viel davon spürbar.
Josef Stricker nannte vier große Herausforderungen für eine Wende; eine sei das Älterwerden der Bevölkerung und die Migration, eine zweite sei die richtige Balance zwischen Freiheit und Verantwortung zu finden, die dritte habe mit der zunehmenden Ökonomisierung aller Bereiche des Lebens zu tun und die vierte sei das Angehen der „modernen“ Probleme, die es nun auch in Südtirol zu lösen gebe. Über viele Jahrzehnte hätten die ethnischen Probleme alles überlagert, nun brauche es in unserem Land mutige Entscheidungen, wenn es um die Demokratie, die Raumordnung, die Umwelt, den Verkehr oder die Sozialkultur gehe.
„Bisher hat es in Südtirol immer einen Aufwärtstrend gegeben, mehr Beton, mehr Wohlstand, mehr Wachstum“, analysierte Stricker. Dies müsse kritisch hinterfragt werden; deshalb hat der KVW auch das Jahresthema „Besser statt mehr“ gewählt. Bis zum Frühjahr 2011 wird der KVW zusammen mit seinen 260 Ortsgruppen genau hinschauen, wo ein „Besser statt mehr“ möglich ist.